Welche Anrede bei Bewerbung? So gibst du die Ansprechpartner perfekt an!

Eine Anrede gehört zu den Bewerbungsformalien und ist Bestandteil jedes Anschreibens. Als Bewerber hast du bei der Bewerbungsanrede nicht viele Variationsmöglichkeiten: entweder verwendest du die allgemeinen Anreden „Sehr geehrte Damen und Herren“, „Sehr geehrte Damen“ bzw. „Sehr geehrte Herren“ oder du sprichst in der persönlichen Anrede konkrete Ansprechpartner an, die in der Stellenanzeige genannt werden oder die du recherchiert hast. Welche Details du noch in der Anrede deiner Bewerbung beachten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Schlüsselfakten für die Anrede einer Bewerbung
  • Konkrete Ansprechpartner: Wann immer es möglich ist und dir konkrete Ansprechpartner bekannt sind, solltest du in deiner Anrede diese auch namentlich nennen.
  • Sehr geehrte Damen und Herren: In allen anderen Fällen wählst du die unpersönliche Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ oder vergleichbare Varianten.
  • Recherche nach Ansprechpartnern: Wenn in der Stellenanzeige keine konkreten Ansprechpartner genannt werden, dann bist du nicht dazu verpflichtet, nach den „richtigen“ Empfängern deiner Bewerbung zu recherchieren. Du kannst es aber freiwillig machen.
  • Recherchemethoden: Du kannst auf der Website des Arbeitgebers oder in Business-Netzwerken recherchieren oder den Arbeitgeber anrufen bzw. eine E-Mail schreiben, um einen genauen Ansprechpartner für deine Bewerbung herauszufinden.
  • „Richtiger“ Ansprechpartner: Manchmal kannst du keinen konkreten Ansprechpartner recherchieren, weil gar nicht klar ist, wer bei einem Arbeitgeber eine einzelne Bewerbung unter tausenden eingehenden Bewerbungen letztendlich bearbeiten wird.
  • Lockere Begrüßungen: In Einzelfällen sind auch Anreden wie „Guten Tag, Frau Schmidt“, „Liebes Recruiting-Team“, „Sehr geehrtes Personalteam“ oder sogar in Einzelfällen „Hallo Birgit“ möglich.
  • Mehrere Ansprechpartner: Bei mehreren Ansprechpartnern kannst du die Reihenfolge der Personen in der Anrede nach dem Alphabet, Geschlecht oder beruflichen Rang bestimmen.
  • Geschlechtsneutrale Anrede: Falls du Ansprechpartner mit nicht eindeutig zuordenbar Vornamen anschreiben willst oder dir Ansprechpartner als divers bekannt sind, dann bietet sich die Anrede ohne „Herr/ Frau“ und mit Vornamen an: „Guten Tag, Toni Bauer“ bzw. „Sehr geehrte Toni Bauer“.
  • Richtige Schreibweise des Namens: Achte bei der Anrede auf die richtige Schreibweise der Namen. Recherchiere dazu bei Bedarf noch auf der Website des Arbeitgebers oder frage in deiner telefonischen Nachfrage direkt nach. So vermeidest du unnötige Fehler.
  • Anrede nicht überbewerten: Lasse dich nicht verrückt machen und interpretiere in die „richtige“ Anrede nicht zu viel hinein. Seriöse Arbeitgeber bewerten in erster Linie dein fachliches Leistungsprofil und deine Argumentation im Anschreiben.

Inhaltsverzeichnis zur Bewerbungsanrede

Persönliche und unpersönliche Anrede im Bewerbungsanschreiben

Mit der Anrede nimmst du Kontakt zu den Empfängern auf. Wann immer es möglich ist, solltest du im Anschreiben eine persönliche Anrede mit Namen verwenden. Andernfalls verwendest du eine unpersönliche Anrede wie „Sehr geehrte Damen und Herren“.

In vielen Stellenanzeigen werden die zuständigen Ansprechpartner mit den zugehörigen Kontaktdaten genannt. Außerdem werden häufig Formulierungen wie „Richten Sie Ihre Bewerbung an Frau Müller“ oder „Bei Rückfragen steht Ihnen Herr Schulz zur Verfügung“ verwendet, die Rückschlüsse auf die passenden Ansprechpartner zulassen.

Die Ansprechpartner sind dabei häufig Personalreferenten bei Arbeitgebern mit einer eigenen Personalabteilung; andernfalls Geschäftsführer, Eigentümer, andere Führungskräfte oder Personen der Fachabteilung.

Die Anrede erfolgt in einem Anschreiben zwei Zeilen unter einem einzeiligen Betreff oder eine Zeile unter einem zweizeiligen Betreff:

Sehr geehrte Frau Müller,

Die Anrede einer Bewerbung endet mit einem Komma und nicht mit einem Ausrufezeichen. Nach der Anrede fügst du eine Leerzeile ein, bevor der eigentliche Anschreibentext beginnt. Danach schreibst du entweder groß oder klein weiter, so wie es das entsprechende Wort verlangt.

Wenn eine Stellenanzeige keinen Ansprechpartner enthält und du auch keine Ansprechpartner ermitteln kannst oder willst, dann verwende die übliche unpersönliche Anrede in deinem Bewerbungsanschreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Diese allgemeine Form der Briefanrede ist völlig korrekt, auch wenn sie distanziert klingt. Aber wenn nun mal kein konkreter Ansprechpartner in der Stellenanzeige genannt wird, dann ist diese unpersönliche Anrede völlig in Ordnung.

Gerade bei modernen Arbeitgebern mit einer Duz-Kultur und bei Internet- bzw. Social-Media-Bewerbungen geht es etwas lockerer zu. Dann könntest du auch folgende Anreden benutzen:

Sehr geehrtes Recruiting-Team,
Liebes Arbeitgebername-Team,
Guten Tag, Herr Müller,
Guten Tag, Mario,

So baust du eine gewisse Nähe zu den Angeschriebenen auf und du zeigst, dass du dich mit der Arbeitgeberphilosophie identifizierst.

Nach oben

Mehrere Ansprechpartner in Anrede nennen

Oftmals kommt es vor, dass mehrere Ansprechpartner für die Bearbeitung einer Bewerbung zuständig sind und in einer Stellenanzeige auch genannt werden. Dann ist die Frage, wie viele Ansprechpartner in die Anrede in welcher Reihenfolge aufgenommen werden sollen. Bei mehreren Ansprechpartnern kannst du die Personen nebeneinander oder untereinander schreiben, wobei die Schreibweise nebeneinander aus Platzgründen zu bevorzugen ist.

Im Normalfall sollte die Anzahl der in der Anrede einer Bewerbung genannten Ansprechpartner drei Personen nicht übersteigen. Die einzelnen Ansprechpartner trennst du mit einem Komma ab. Für die Bestimmung der Reihenfolge gibt es folgende Möglichkeiten.

Reihenfolge nach dem Alphabet

Wenn die Ansprechpartner beruflich gleichrangig sind, dann sortiere die Ansprechpartner am besten nach dem Anfangsbuchstaben des Zunamens:

Sehr geehrte Frau Müller, sehr geehrter Herr Schulz,

Hier wird das zweite „sehr“ klein geschrieben, weil es nach einem Komma steht.

Wenn die Ansprechpartner gleichgeschlechtlich sind, dann kannst du auch folgendermaßen formulieren:

Sehr geehrte Damen Müller und Schulz,
Sehr geehrte Herren Müller und Schulz,

Reihenfolge nach dem Geschlecht

Bei mehreren Ansprechpartnern mit unterschiedlichem Geschlecht hast du auch die Möglichkeit, erst die weiblichen und dann die männlichen Ansprechpartner zu nennen, wenn die Ansprechpartner beruflich gleichrangig sind:

Sehr geehrte Frau Schulz, sehr geehrter Herr Müller,

Reihenfolge nach dem beruflichen Rang

Es kommt häufig vor, besonders auch bei Behörden und kleineren Betrieben, dass eine Bewerbung an Ansprechpartner mit unterschiedlichen beruflichen Stellungen verschickt werden muss, zum Beispiel an eine Professorin und einen Sekretär oder an eine Chefin und einen Personalreferenten.

Dann nennst du in der Anrede den höherrangigen Ansprechpartner zuerst, sofern du deine Bewerbung an alle Personen richtest:

Sehr geehrter Herr Professor Müller, sehr geehrte Frau Schulz,

Dies gilt dementsprechend auch dann, wenn die weibliche Person an die zweite Stelle rückt.

Wenn in einer Stellenanzeige beispielsweise ein Amtsleiter Schmidt, eine Stellvertreterin Meier und ein Personaler Kühne genannt werden, dann sprichst du die Personen in folgender Reihenfolge namentlich an:

Sehr geehrter Herr Schmidt, sehr geehrte Frau Meier, sehr geehrter Herr Kühne,

Die Reihenfolge nach dem beruflichen Rang „schlägt“ die Reihenfolge nach Geschlecht und Alphabet, wie du sicherlich erkannt hast.

Nach oben

Weitere Tipps zur Anrede in einer Bewerbung

Es gibt auch noch ein paar Spezialfälle, die du beachten solltest.

Anrede von Ärzten einer Gemeinschaftspraxis

Wenn du dich in einer Arztpraxis bewerben willst, dann kannst du bei bis zu drei Ärzten vorgehen wie oben.

Du kannst die Anrede etwas abkürzen, wenn mindestens zwei Ärzte einen Doktortitel haben. Dann schreibst du beispielsweise als Anrede:

Sehr geehrte Dres. Maier, Müller und Schulze,

Dabei ist Dres. die Abkürzung für Dottores (Plural von Doktor).

Bei dieser Variante sollte ein Arzt ohne Doktortitel aber nicht unbedingt zuerst genannt werden. Allerdings kannst du auch die allgemeine Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren Doktoren“ verwenden.

Anrede einer Professorin oder eines Professors

Der Professorentitel wird in der Anrede im Gegensatz zum Anschriftenfeld immer ausgeschrieben, sodass du schreibst:

Sehr geehrter Herr Professor,

Die Anrede kannst du zudem durch den jeweiligen Nachnamen ergänzen. Eine Nennung von Doktortiteln entfällt bei Professoren in der Anrede.

Bei einem Ansprechpartner mit einem Doktortitel verwendest du in der Anrede die Abkürzung „Dr.“, sodass du dann in der Anrede zum Beispiel schreibst:

Sehr geehrte Frau Dr. Schulz,

Duzen in der Anrede

Manche Arbeitgeber geben sich ein betont jugendliches und lässiges Image, wozu auch das Duzen in der internen sowie externen Kommunikation gehört. Dementsprechend werden Kandidaten in Stellenanzeigen dann konsequent mit „Du“ angesprochen.

In diesen Fällen ist es erlaubt, diesen Kommunikationsstil in der Anrede einer Bewerbung aufzugreifen, sodass du einen Ansprechpartner mit dem Vornamen ansprechen kannst:

Guten Tag, Max,

Auch ein „Hallo Maria“ ist in Einzelfällen durchaus möglich.

Als allgemeine Anrede bietet sich bei solchen Arbeitgebern folgende Formulierung an:

Liebes XYZ-Team,

Auch wenn dir der Ansprechpartner persönlich bekannt ist, ihr vielleicht sogar befreundet seid, kann eine formelle Anrede mit „Sehr geehrter Herr“ etwas distanziert wirken. Sofern du weißt, dass die Bewerbung nur von dieser Person gelesen und bearbeitet wird, dann kannst du die Anrede persönlicher gestalten:

Guten Tag, Michael,
Lieber Michael,

Aber du musst auch bedenken, dass deine Bewerbung oftmals nicht nur von deinem Bekannten gelesen wird und die anderen Bewerbungsleser sich auch angesprochen fühlen wollen.

Anrede bei Personen aus Personalabteilung und Fachabteilung schreiben

Häufig werden in einer Stellenanzeige Personen aus der Personal- und Fachabteilung genannt. Die Mitarbeiter der Fachabteilung werden dann als Ansprechpartner für fachliche Rückfragen aufgeführt. An die Personen der Personalabteilung soll die Bewerbung verschickt werden.

Dann stellt sich die Frage, ob in der Anrede die Person aus der Personalabteilung oder Fachabteilung zuerst genannt werden sollte. Denn bei mehreren Personen wird die Person mit dem höheren beruflichen Rang zuerst genannt. Diese Unterscheidung ist in diesem Fall aber nicht eindeutig möglich.

Da der Arbeitgeber eine eigene Personalabteilung hat, du die Bewerbung an die Personalabteilung schickst und dort auch die Vorauswahl stattfindet, solltest du daher zuerst die Person aus der Personalabteilung in der Anrede schreiben. Denn du bewirbst dich schließlich beim Arbeitgeber und nicht bei einer einzelnen Fachabteilung.

Nach oben

Beim Arbeitgeber nachfragen, um Ansprechpartner herauszufinden

Häufig wird in der Bewerbungsliteratur empfohlen, einen Ansprechpartner telefonisch zu erfragen, wenn dieser nicht in der Stellenanzeige genannt wird. Diese Empfehlung ist allerdings etwas fragwürdig, denn für den Arbeitgeber wäre es unproblematisch, den Ansprechpartner in der Stellenanzeige zu nennen.

Wenn in einer Stellenanzeige allerdings keine konkreten Ansprechpartner genannt werden, dann hat dies in den meisten Fällen einen simplen Grund: die Bewerbungen gehen durch mehrere Hände beim Arbeitgeber oder es ist (aufgrund der Größe des Arbeitgebers) nicht bekannt, wer die eingehenden Bewerbungen bearbeiten wird.

Denn Personaler arbeiten vielleicht nur Teilzeit, haben auch mal Urlaub oder bearbeiten nur die Bewerbungen der Bewerber mit den Anfangsbuchstaben K bis P. Deswegen wird in diesen Fällen ein konkreter Name in Stellenanzeigen häufig weggelassen. Darüber hinaus wünschen die Arbeitgeber eine möglichst objektive Vergleichbarkeit der Bewerber.

Da es für den Arbeitgeber schließlich ein Leichtes wäre, in der Stellenanzeige auch einen konkreten Ansprechpartner anzugeben, dürfte die gehäufte telefonische Nachfrage danach für den Arbeitgeber eher nervig sein und keine Sympathiepunkte bringen. Im Allgemeinen hast du die folgenden Recherchemöglichkeiten:

  • Recherche auf der Arbeitgeber-Website
  • Nachfrage per Telefon
  • Nachfrage per E-Mail

Recherche auf der Arbeitgeber-Website und in Business-Netzwerken

Du kannst auf der Arbeitgeber-Website recherchieren, vor allem wenn es einen Karrierebereich gibt. Dort werden oftmals auch die aktuellen Stellenangebote veröffentlicht. Und wenn du Glück hast, findest du dort unter Umständen auch eine konkrete Ansprec hpartnerin. Wenn nicht, dann kannst du dort aber stattdessen wenigstens die Kontaktdaten der zuständigen Personalabteilung herausfinden, um dort dann anzurufen oder dem Arbeitgeber eine kurze E-Mail zu schreiben.

Eine weitere Alternative für deine Recherche sind die Business-Netzwerke Xing und LinkedIn. Suche dort mal nach dem Arbeitgeberprofil und relevanten Kontaktdaten, vor allem der Personal- oder Fachabteilung. Aber Vorsicht: Nur weil dort konkrete Ansprechpartner für Personalfragen genannt werden, heißt das nicht, dass diese Ansprechpartner auch die „richtigen“ Empfänger für deine Bewerbung sind. Du musst du schon auch noch mal freundlich-professionell eine Anfrage per E-Mail oder Telefon durchführen.

Nach oben

Nachfrage per Telefon

Allerdings ist es gar nicht so einfach, den passenden Ansprechpartner herauszufinden, gerade bei großen Arbeitgebern. Sofern du eine konkrete Telefonnummer der zuständigen Fach- oder Personalabteilung, des Sekretariats oder der Eigentümer hast, dann solltest du dort anrufen, dein Anliegen kurz vorstellen und dich eventuell weitervermitteln lassen.

Am besten gibst du an, wofür du dich bewerben willst und dass du noch Nachfragen beim zuständigen Mitarbeiter hast. Wenn du dann mit dem zuständigen Mitarbeiter verbunden bist, dann höre gleich gut bei der Namensnennung zu und stelle deine Fragen.

Falls du weiterhin Interesse an einer Bewerbung hast und den Namen des Ansprechpartners nicht richtig verstanden hast, dann lasse dir zum Schluss des Telefonats den Namen auch noch mal sagen bzw. gegebenenfalls buchstabieren lassen.

Eine telefonische Nachfrage sieht folgendermaßen aus:

„Guten Tag,

mein Name ist Maria Müller. Ich möchte mich gerne um die Stelle als Filialleiterin bewerben und mein Bewerbungsschreiben an einen konkreten Ansprechpartner adressieren. Könnten Sie mir bitte den zuständigen Ansprechpartner nennen oder mich mit diesem verbinden?“

Wenn du weitere Fragen zum Stellenangebot hast, dann stelle sie im darauffolgenden Gespräch. Denn damit zeigst du dein Interesse und deine Auseinandersetzung mit der Stelle. Damit hast du dann auch einen guten Aufhänger für die Einleitung deines Bewerbungsschreibens.

Bereite daher ein Telefonat immer gut vor. Denn ehe du dich versiehst, wird aus der telefonischen Nachfrage ein Telefoninterview.

Nach oben

Nachfrage per E-Mail

Eine weitere Möglichkeit zur Ansprechpartner-Recherche ist die Nachfrage per E-Mail. Dabei sendest du deine E-Mail an eine allgemeine E-Mail-Adresse des Arbeitgebers, sofern dir keine spezielle E-Mail-Adresse eines Ansprechpartners bekannt ist.

Aber auch bei einer E-Mail-Nachfrage solltest du durchaus noch weitere kurze Fragen stellen und sie als Teil einer durchdachten Bewerberkommunikation sehen. Den Teil mit dem Ansprechpartner könntest du folgendermaßen schreiben:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre offerierte Position als Filialleiterin (Referenznummer: VC628-2021) spricht mich aufgrund meiner Berufserfahrungen und Qualifikation sehr an. Darüber hinaus verfolge ich Ihr innovatives Filialkonzept mit großem Interesse schon seit ein paar Jahren.

Da ich noch einige Rückfragen habe und meine Bewerbung gerne an einen persönlichen Ansprechpartner adressieren möchte, teile Sie mir bitte die Kontaktdaten mit. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen“

Nach oben

Recherche nach Ansprechpartnern sinnvoll oder nicht?

Wenn in einer Stellenanzeige keine konkreten Ansprechpartner genannt sind, an die die Bewerbung gerichtet werden soll, dann ergibt sich daraus keine Pflicht zur Recherche. In der Ratgeberliteratur wird das aber immer wieder behauptet: Die Recherche nach den Ansprechpartner würde angeblich von den Arbeitgebern als echtes Interesse gewertet und mit Pluspunkten honoriert.

Die Nicht-Nennung des Ansprechpartners sei dann so eine Art Test, den nur solche Bewerber bestehen, die Eigeninitiative zeigen und sich Mühe geben würden. Aber wie viel Logik steckt hinter dieser Sichtweise? Und welches Bewerberbild wird hier gezeichnet? Wer will bei so einem Arbeitgeber arbeiten, der solche unprofessionellen Spielchen spielt? Das kann sich heutzutage eigentlich kein seriöser Arbeitgeber leisten. Das heißt nicht, dass du nicht auch nach den Ansprechpartnern recherchieren solltest, aber es sollte immer deine freiwillige Entscheidung sein.

Und nur weil du einen Ansprechpartner recherchiert hast, bedeutet das nicht, dass dann nur diese Person deine Bewerbung liest und bearbeitet. Es kann dann zwar sein, dass die angeschriebene Person aus der Personalabteilung die persönliche Anrede als positiv bewertet und mit einem guten Bauchgefühl dein Bewerbungsschreiben liest. Aber was ist mit der Geschäftsführerin und dem Mitarbeiter aus der Fachabteilung, die auch deine Bewerbung lesen sowie bewerten und namentlich nicht genannt werden? Letztendlich kannst du dir nie sicher sein, ob du nicht jemanden vergessen hast.

Die Realität ist nun mal, dass eine Bewerbung von verschiedenen Personen gelesen wird. Wie bei einem Arbeitgeber die Aufgaben bei der Personalauswahl sind und wie die Entscheidungen getroffen werden, weißt du als Außenstehender gar nicht.

Es gibt so viele Details im Bewerbungsprozess. Und die Wahrheit ist: Solange man sich noch nicht kennt und beide Seiten mehr oder weniger anonym sind, spielt die Namensnennung bei seriösen Arbeitgebern keine wesentliche Rolle. Es kommt auf die berufsrelevanten Fakten an.

Du stichst nicht vor allem damit hervor, wenn du eine selbst recherchierte Person im Anschreiben direkt anschreibst, sondern mit einer aussagekräftigen Darstellung deines fachlichen Know-hows, deiner Berufserfahrungen, deiner Kernkompetenzen und deiner besonderen Motivation. Investiere deine Zeit daher in die Optimierung dieser objektivierbaren Fakten!

Lasse dir noch mal die folgenden Vor- und Nachteile durch den Kopf gehen und bewerte sie nach deiner individuellen Bewerbungssituation.

Vorteile Ansprechpartner-Recherche

  • Du zeigst dein echtes Interesse und beeindruckst mit deinem Engagement den Arbeitgeber.
  • Du kannst deine Anrede persönlicher gestalten und hast mit einer telefonischen Nachfrage einen Aufhänger für die Bewerbungseinleitung.
  • Die namentliche Erwähnung eines Ansprechpartners kann dich im Detail von den Bewerbungen anderer Bewerber positiv unterscheiden.
  • Du gewinnst unter Umständen das Wohlwollen der persönlich angeschriebenen Person.

Nachteile Ansprechpartner-Recherche

  • Die Recherche verursacht gegebenenfalls einen hohen Aufwand.
  • Die telefonische Anfrage kann zu einem erweiterten Telefoninterview werden.
  • Du hinterlässt bei deiner telefonischen Nachfrage einen schlechten Eindruck.
  • Deine Anfrage wird als negativ angesehen, weil du dich nicht an das allgemeine Bewerbungsverfahren des Arbeitgebers hältst.
  • Du recherchierst die falschen oder nicht alle Ansprechpartner.

Nach oben

Wichtige Antworten zur Anrede in Kürze

Wie Titel in Anrede einer Bewerbung schreiben?

Du gibst nur Professoren- und Doktortitel in der Anrede an. Dabei wird der Doktortitel zu „Dr.“ abgekürzt, aber der Professorentitel ausgeschrieben: „Professorin“. Gängige Anreden lauten dann zum Beispiel: „Sehr geehrte Frau Professorin Müller“ oder „Sehr geehrter Herr Dr. Schulz“.

Welche Anrede bei Onlinebewerbung?

Wenn bei Onlineausschreibungen keine Ansprechpartner genannt werden, dann verwende die allgemeine Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“. Als Alternative kannst du auch „Sehr geehrtes Personalteam“ oder „Sehr geehrtes Arbeitgebername-Team“ schreiben.

Gerade bei Bewerbungsformularen übers Internet werden gerade keine Ansprechpartner genannt, um die Personalabteilung zu entlasten. Wenn nun viele Bewerber telefonisch nur nach einem Ansprechpartner fragen (den es so in der Realität nicht geben muss), dann sind solche Telefonanfragen sehr zeitintensiv für die Personalabteilung.

Welche Anrede bei Bewerbung ohne Ansprechpartner?

Wenn dir die Ansprechpartner nicht bekannt sind, dann verwendest du die unpersönliche Bewerbungsanrede „Sehr geehrte Damen und Herren“. Alternativ kannst du auch so eine Formulierung wie „Sehr geehrtes Arbeitgebername-Team“ schreiben.

Was machen, wenn Anrede in Bewerbung falsch geschrieben?

Manchmal schreibst du in einer Anrede den Namen der Ansprechpartnerin falsch oder verwechselst „Frau“ mit „Herr“. Das ist nicht schön, aber auch kein Beinbruch. Kontrolliere deine kompletten Bewerbungsunterlagen vor dem Versand daher immer noch einmal auf Fehler.

Bei einer E-Mail-Bewerbung kannst du deine kompletten Bewerbungsunterlagen noch einmal an den Arbeitgeber schicken, mit dem Hinweis, dass du sie aktualisiert hast. Bei einer Erstbewerbung per Post solltest du es dabei belassen und aus deinem Flüchtigkeitsfehler für die Zukunft lernen.

Es ist auf jeden Fall übertrieben, dich für einen Fehler in der Anrede per E-Mail oder Telefon ausführlich zu entschuldigen. Damit machst du den Fehler größer als er ist und wirkst auch eher unbeholfen-naiv.

Welche Anrede bei diverser Person in Bewerbung?

Die Anrede bei diversen Personen ist nicht so einfach, damit sie allen Maßstäben gerecht werden kann. Denn einerseits ist eine geschlechtsneutrale Formulierung angebracht, andererseits sollte die Anrede auch Distanz und Höflichkeit ausdrücken.

Eine praktikabler Kompromiss ist daher die Verwendung des Vornamens und Nachnamens der entsprechenden diversen Person: „Guten Tag, Toni Wagner“. In der Regel weißt du aber gar nicht, ob eine Person divers oder nicht ist. Dann kannst du darauf nicht im Bewerbungsschreiben reagieren.

Wie Anrede bei Bewerbung schreiben, wenn man per Du ist?

Wenn du mit der angeschriebenen Person bekannt bist und ihr euch eigentlich duzt, dann sollte die Bewerbung trotzdem förmlich-professionell geschrieben sein; besonders wenn noch andere Personen diese Bewerbung lesen.

Hast du nur diese Bekannte als Ansprechpartnerin, dann kannst du eine Anrede wie „Guten Tag, Sarah“ oder „Liebe Sarah“ oder „Sehr geehrte Sarah Müller“ oder „Liebes Arbeitgebername-Team“ schreiben. Im Anschreibentext kannst du dann die Verwendung von Anredepronomen auch vermeiden.

Welche Anrede in Bewerbung bei mehreren Ansprechpartnern schreiben?

Bis zu drei Ansprechpartner kannst du in einer Anrede namentlich nennen. Die Reihenfolge ergibt sich entweder nach dem beruflichen Rang, nach dem Alphabet oder nach dem Geschlecht. Welche Variante am besten ist, hängt vom Einzelfall ab.

Wann Anrede in Bewerbung mit Vor- und Nachname schreiben?

Die Anrede mit Vor- und Nachnamen ist eher ungewöhnlich. Du kannst sie verwenden, wenn du nichts über das Geschlecht der Person weißt, weil entweder der Vorname keine eindeutigen Rückschlüsse zulässt oder die Person divers ist. Dann schreibst du „Guten Tag, Toni Huber“.

Außerdem kannst du eine Anrede mit Vor- und Nachnamen schreiben, wenn du mit der angeschriebenen Person bekannt oder sogar befreundet bist, aber nicht nur den Vornamen verwenden willst, weil die Bewerbung wahrscheinlich auch noch von anderen Personen gelesen wird.

Eine weitere Verwendungsmöglichkeit besteht dann, wenn du verschiedene Personen mit identischen Nachnamen anschreiben willst, zum Beispiel die Senior- und die Junior-Chefin: „Sehr geehrte Frau Ursula Winkler, sehr geehrte Frau Nele Winkler“.

Welche Anrede bei Bewerbung per E-Mail schreiben?

Die optimale Anrede ist nicht von der Bewerbungsart abhängig, sondern vom Stil der Stellenanzeige, der Arbeitgeberphilosophie und der Bekanntheit der zuständigen Ansprechpartner. Daher kannst du je nach Situation „Sehr geehrte Damen und Herren“, „Sehr geehrte Frau Maier“, „Guten Tag, Herr Müller“, „Hallo Jonas“ oder „Liebes XYZ-Team“ schreiben.

Welche Anrede bei Bewerbung an zwei Personen schreiben?

Wenn die beiden Personen namentlich bekannt und die beruflichen Ränge gleich sind, dann schreibst du folgendermaßen: „Sehr geehrte Frau Schmidt, sehr geehrter Herr Bauer“, „Sehr geehrte Damen Bauer und Schmidt“ oder „Sehr geehrte Herren Bauer und Schmidt“. Wenn eine Person einen höheren beruflichen Rang hat, dann schreibst du diesen bei zwei Personen zuerst an.

Wie Anrede in Bewerbung gestalten, wenn kein Name bekannt ist?

Wenn dir kein Name einer zuständigen Person bekannt ist, dann verwendest du die allgemeine Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ oder modernere Varianten wie „Sehr geehrtes Recruiting-Team“ oder „Liebes Arbeitgebername-Team“.

Wie Anrede bei Bewerbung an Personalabteilung formulieren?

Wenn du eine konkrete Ansprechpartnerin hast, dann nenne sie namentlich in der Anrede. Alternativ kannst du auch „Sehr geehrtes HR-Team“ oder „Liebes Recruiting-Team“ schreiben.

Wann Anrede in Bewerbung mit Vornamen schreiben?

Eine Anrede nur mit Vornamen ist dann sinnvoll, wenn du dich auf ein Du-Stellenangebot beziehst und auch zum Duzen aufgefordert wirst. Dann könntest du „Guten Tag, Maria“, „Hallo Ernst“ oder sogar „Liebe Astrid“ schreiben.

Nach oben

Schlussgedanken zur Anrede in Bewerbung

Natürlich gibt es bei der Anrede einer Bewerbung einige Sachverhalte zu beachten. Ein paar Detailfragen können dabei sogar richtig knifflig sein. Oftmals gibt es auch mehrere Lösungen und Varianten. Deshalb mache dich nicht verrückt, weil du denkst, du würdest bei der Anrede etwas falsch machen.

Du solltest vor allem nicht mehr Zeit in die Gestaltung deiner Bewerbungsanrede und in die Recherche der Ansprechpartner als in die Darstellung deiner fachlichen Argumentation stecken. Dein Bewerbungserfolg hängt immer von der Summe aller wichtigen Details ab, aber kein Personaler wird Details stark überbewerten und das Wesentliche des Leistungsprofils vernachlässigen.

Wenn du noch weitere Fragen hast, dann hinterlasse gerne einen Kommentar oder schreibe einen Beitrag im Bewerbungsforum.

Bei Fragen bitte kommentieren!

Noch Fragen?

Wenn du noch Fragen hast, dann hinterlasse gerne einen Kommentar. Als Alternative kannst du auch im Bewerbungsforum einen Beitrag verfassen. Viel Erfolg beim Bewerben!

2 Gedanken zu „Welche Anrede bei Bewerbung? So gibst du die Ansprechpartner perfekt an!“

  1. Hallo!
    Ich bewerbe mich in einer Klinik. Es sind zwei Auskunftspartner angegeben, ein Dr. Heinz und der Teamleiter der Therapien. Ich konnte auch eine Fr. Stahl, Personalleitung ausfindig machen. Schreibe ich alle drei an, beim Motivationsschreiben?

    Liebe Grüsse
    Sarah

    Antworten
  2. Guten Abend, Sarah, ja, du kannst in der Anrede alle drei Personen angeben. Bis zu drei namentlich genannte Personen sind in einer Anrede üblich. Und deine oben genannten Personen sind hinsichtlich der Relevanz für die Bewerbungen als gleichrangig anzusehen. Als Reihenfolge würde ich Folgendes empfehlen: Fr. Stahl, Dr. Heinz und der Teamleiter.

    Viel Erfolg bei deiner Bewerbung…

    Antworten

Schreibe einen Kommentar