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Zweite Ausbildung - Bewerbung schreiben

Eine zweite Ausbildung zu beginnen, kann dreierlei Hauptursachen haben: Abbruch bzw. Nicht-Bestehen vorheriger Ausbildungen, berufliche Umorientierung oder eine zweite Ausbildung als zusätzliche Qualifikation. Bei der ersten Hauptursache sind die speziellen Gründe für eine weitere Ausbildung klar.


Dagegen können die speziellen Gründe, die zu den zwei weiteren Hauptursachen führen, differenzierter sein:
  • geringe Chancen auf Übernahme nach Ausbildungsende
  • Entwertung der ersten Ausbildung durch technische und allgemeine Weiterentwicklung der Branche
  • geringe Aufstiegschancen
  • Neigungs- und Interessenwandel
  • Wechsel öffentlicher Dienst/freie Wirtschaft
  • Berufseinstieg nach Erziehungszeit

Bewerbungen schreiben für eine zweite Ausbildung

Wenn Sie eine Bewerbung für eine zweite Ausbildung schreiben, dann ist es empfehlenswert, in den Bewerbungsunterlagen natürlich auf die Gründe einzugehen, warum Sie eine zweite Ausbildung beginnen möchten. Diese Frage wird sich nämlich der Empfänger Ihrer Bewerbung stellen. Falls dieser dazu in den Bewerbungsunterlagen keine ausreichende bzw. nachvollziehbare Antwort findet, dann wird Ihr Bewerbungsvorhaben - aufgrund von Vorurteilen älteren Ausbildungsbewerbern bzw. -abbrechern gegenüber - skeptisch beurteilt.

Wenn Sie über eine abgeschlossene erste Ausbildung verfügen, dann sollten Sie diese im Lebenslauf ausführlich erwähnen und im Anschreiben darauf eingehen, warum Sie nun eine zweite bzw. eine zusätzliche Ausbildung anstreben. Allerdings sollte das Anschreiben natürlich nicht nur aus Erklärungen bestehen, warum Sie noch eine zweite Ausbildung beginnen möchten, sondern zu einem großen Anteil daraus, welche Fähigkeiten und Kenntnisse Sie speziell für die Aufnahme einer weiteren Ausbildung befähigen.

Gründe für eine zweite Ausbildung angeben

Gründe für eine zweite Ausbildung anzugeben, ist immer sehr schwer, denn oftmals ist die Wahrheit nicht so sehr vorzeigbar - denken jedenfalls viele Bewerber. Die Gründe für eine zweite Ausbildung müssen Sie überzeugend darstellen. Benutzen Sie dabei keine Standardsätze, sondern Formulierungen, die die wahren Gründe möglichst korrekt wiedergeben. Es bietet sich an, für geeignete Formulierungen erst ein Brainstorming durchzuführen, um diese dann in einem nächsten Schritt nach unterschiedlichen Kriterien bewerten zu können.

Ein häufiger Grund für eine zweite Ausbildung ist die geringe Chance einer Übernahme nach der Beendigung der ersten Ausbildung. Zwar stellen sich die Beschäftigungschancen für Bewerber um einen Ausbildungsplatz etwas besser dar, aber Sie sollten nicht vergessen, dass Sie während einer zweiten Ausbildung wieder nur sehr wenig verdienen, zu niedrige Anforderungen an Sie gestellt werden und sich Ihre Beschäftigungschancen nicht unbedingt verbessern. Denn von vielen Arbeitgebern könnten Sie aufgrund mehrerer begonnener Ausbildungen als unentschlossen eingestuft werden. Wenn geringe Übernahme- bzw. Beschäftigungschancen für eine zweite Ausbildung maßgeblich sind, dann sollten Sie darauf im Anschreiben möglichst nicht eingehen.

Als ein Grund erweist sich oft, dass der Azubi sich unter einer Ausbildung etwas anderes vorgestellt hat; diese aus Mangel an Alternativen aber erstmal annahm, um etwas zu lernen. Da dieses Verhalten, Sachen trotz Widrigkeiten motiviert anzupacken, im Prinzip sehr lobenswert ist, sollte man sich auch nicht ärgern, einen Fehler eventuell im Anschreiben zuzugeben; zumal Auszubildende in jungen Jahren oftmals nicht den Überblick über den gesamten Ausbildungsmarkt mit den reichhaltigen Ausbildungsangebot haben. Während der ersten Ausbildung kann sich auch das Gefühl der Unterforderung einstellen, welches der Bewerber dann so im Anschreiben ebenfalls benennen sollte.

Beachten Sie bei Ihren Überlegungen zu einer zweiten Ausbildung, dass spezielle Berufserfahrung von Arbeitgebern immer höher als die reine Ausbildungszeit bewertet wird. Mit einer zweiten Ausbildung verlängern Sie aber die Ausbildungszeit. Deshalb ist eine gewissenhafte Abwägung der Vor- und Nachteile unabdingbar, damit Sie so eine grundlegende Entscheidung später nicht bereuen. Außerdem sollten Sie überlegen, ob eine berufliche Umorientierung oder eine zusätzliche Qualifikation nicht auch durch eine Weiterbildung zu erreichen ist.

Vorteile als erfahrener Auszubildender hervorheben

Heben Sie Ihre Vorteile gegenüber anderen Bewerbern hervor, indem Sie beispielsweise angeben, dass Sie schon ein paar Jahre Berufserfahrung vorweisen können und daher wissen, auf welche Dinge es bei einer Ausbildung ankommt. Außerdem müssen Sie nicht mehr zeitraubend und kostenintensiv eingearbeitet werden, da Sie sich bei der ersten Ausbildung schon eine fachgerechte und eigenständige Arbeitsweise angeeignet haben. Grundlegende fachliche Kenntnisse und Fähigkeiten bringen Sie so ebenso schon mit.

Zudem sind Sie als älterer Auszubildender reifer und kommunikationsstärker, Sie können Sachverhalte korrekt einordnen und Verbindungen zu vergangenen Berufsstationen ziehen. Sie sind fast schon ein vollwertiger Mitarbeiter - werden dann aber nur als Azubi bezahlt. Darüber müssen Sie sich im Klaren sein. Und da Sie je nach Branche und Art Ihrer Ausbildungen schon ein vollwertiger Mitarbeiter sind, erwähnen Sie im Bewerbungsanschreiben auch, dass Sie einen Ausbildungsplatz anstreben, bei dem Sie einen größeren Aufgaben- und Verantwortungsbereich übertragen bekommen.

Formulierungen für das Bewerbungsanschreiben

Im Folgenden finden Sie ein paar Formulierungsbeispiele:

"Durch mein derzeitiges soziales Engagement in einem wohltätigen Verein und meinen gewonnenen Erfahrungen als Sanitätssoldat während des Grundwehrdienstes bin ich zu der festen Überzeugung gekommen, dass meine berufliche Zukunft nicht in meinem ursprünglich erlernten Beruf als Industriekaufmann liegt, sondern vielmehr im sozialen und medizinischen Bereich."

"In August 2006 habe ich meine erste Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau erfolgreich abgeschlossen. Nun würde ich gerne den Beruf der Industriekauffrau erlernen, da meine beruflichen Interessen verstärkt im kaufmännischen und organisatorischen Bereich liegen."

"Wie Sie den beigefügten Bewerbungsunterlagen entnehmen können, habe ich bereits eine Ausbildung als Friseurin abgeschlossen. Da mir die Branche wenig Perspektiven bietet und ich keine Herausforderung mehr sehe, möchte ich eine zweite Ausbildung als Hotelfachfrau absolvieren."

"Bereits während meiner Ausbildung habe ich festgestellt, dass ich mein Potenzial nicht optimal ausnutzen kann. Dennoch habe ich meine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und möchte nun eine zweite Ausbildung beginnen."

"Im Laufe meiner Ausbildung und bisherigen Tätigkeit stellte ich fest, dass mich dieser Beruf nicht erfüllen wird, da ich Freude an naturwissenschaftlichen Themen habe und meine Interessen im medizinischen Bereich liegen."

"Bisher konnte ich schon vielfältige Erfahrungen im Umgang mit Menschen sammeln und Sorgfältigkeit, Zuverlässigkeit sowie Verantwortungsbewusstsein gehören zu meiner Arbeitsweise. Deshalb kann ich die Anforderungen, die an den Beruf der Altenpflegerin gestellt werden, erfüllen."

"Im September 2003 habe ich eine Ausbildung zur Bankkauffrau begonnen. Im Laufe meiner Ausbildung habe ich jedoch festgestellt, dass diese Ausbildung meinen Neigungen und Fähigkeiten nicht entspricht und möchte mich nun beruflich anders orientieren."

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