Lebenslauf wie weit zurück – alle Arbeitgeber angeben?

Wie weit zurück ist zu weit? Als erfahrene Bewerberin liegen deine ersten Jobs teilweise schon 20, 30 oder gar 40 Jahre zurück. Aber du musst nicht alle Arbeitgeber im Lebenslauf angeben.

Wie weit zurück du im Lebenslauf gehen solltest, hängt von individuellen Faktoren ab.

So rund 15 Jahre sind ein perfekter Ausgangspunkt für weitere Überlegungen.

Bewerberfrage: Wie viele Jahre zurück im Lebenslauf?

“Als Ü40-Bewerberin frage ich mich, ob ich im Lebenslauf alle Arbeitgeber angeben sollte, bei denen ich seit meiner Ausbildung beschäftigt war? Denn: Was und wo ich vor 20 oder 25 Jahren gearbeitet habe, spielt meiner Meinung nach für meine aktuelle Bewerbung keine große Rolle mehr. Schließlich habe ich mich weitergebildet und viel Berufserfahrung gesammelt.”

Vollständigkeit und Lückenlosigkeit sind nicht die einzigen Prinzipien bei der Erstellung deines Lebenslaufs. Es gelten auch die Prinzipien der Relevanz und der Übersichtlichkeit.

Je weiter ein beruflicher Zeitraum aber zurückliegt, desto irrelevanter ist er heutzutage für die Einschätzung deiner Jobeignung.

Und je mehr Arbeitgeber von vor 25, 30 oder 35 Jahren du angibst, desto unübersichtlicher wird dein Lebenslauf.

Ratschlag von bewerbung-forum.de für 'Lebenslauf: Wie viele Jahre zurück?'

Eine Faustregel für “Lebenslauf: Wie weit zurück?” lautet:

Etwa 15 Jahre.

Mal weniger, mal mehr – je nach Bewerbungssituation und beruflichen Zielen.

Denke auch an folgende zwei Punkte bei der Lebenslaufgestaltung:

#1 Je aktueller deine berufliche Station ist, desto ausführlicher stellst du sie mit den typischen Tätigkeitsschwerpunkten, Erfolgen und Verantwortungsbereichen im Lebenslauf vor.

#2 Ältere Lebenslaufstationen, die älter als 15 Jahre sind, kannst du unter Umständen zusammenfassen.

Wie weit solltest du im Lebenslauf zurückgehen?

Die Antwort darauf ist wirklich individuell. Sie hängt von deinem Werdegang und deinen beruflichen Zielen ab.

In folgenden Situationen kann es sinnvoll sein, wenn du im Lebenslauf etwas weiter zurückgehst:

  • Du willst deinen beruflichen Aufstieg darstellen.
  • Du willst zeigen, dass du nur wenige Arbeitgeber jeweils mit einer langen Beschäftigungsdauer hattest.
  • Du willst angeben, dass du keine (unerklärten) Lücken in deinem Lebenslauf hast.
  • Du bist eine Führungskraft und bewirbst dich um einen Job mit Führungsverantwortung.
  • Du willst darstellen, dass du nach beruflichen Auszeiten den Wiedereinstieg geschafft hast.
  • Du willst deine berufliche Flexibilität und deine Lernbereitschaft zeigen, wenn du auf verschiedene Jobs bei sehr unterschiedlichen Arbeitgebern hinweist.
  • Du willst angeben, dass du auch berufliche Umorientierungen gemeistert hast.

Du siehst: Es gibt viele Gründe, die für einen Lebenslauf sprechen, in dem du auch weitzurückliegende Berufserfahrung angibst.

Nimm als Ausgangspunkt immer 15 Jahre. Dann kannst du immer noch überlegen, ob du bei der Darstellung deiner Berufserfahrung noch ein paar Jahre zufügst oder abziehst.

Du hast auch immer die Alternative, dass du mehrere Jobs und Arbeitgeber zusammenfasst, wenn sie sehr lange zurückliegen.

Wann kannst du im Lebenslauf nicht so weit zurückgehen?

Es gibt immer wieder Bewerbungssituationen, bei denen du eher weniger Jahre Berufserfahrung im Lebenslauf erwähnen willst. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Du willst nach einer beruflichen Umorientierung nur deine einschlägige Berufserfahrung angeben.
  • Du willst viele Arbeitgeberwechsel, Jobwechsel und kurzzeitige Jobs von vor 10, 15 oder 20 Jahren nicht in den Vordergrund rücken.
  • Du willst länger zurückliegende kurze und lange Lücken nicht mehr thematisieren, weil sie für dich abgeschlossen sind.

Du siehst: Auch für diese Variante gibt es viele Gründe. Die Aufzählung ist noch längst nicht abschließend.

Du musst aber immer darauf gefasst sein, dass Recruiter im Vorstellungsgespräch nach den länger zurückliegenden Zeiträumen doch noch mal nachfragen.

In deiner Antwort musst du keinesfalls ins Detail gehen, wenn es um lange zurückliegende Zeiträume geht. Stelle dann klipp und klar noch einmal deine Jobeignung dar, die sich aus den letzten Jahren Berufserfahrung ergibt.

Was keinesfalls passieren darf:

Du darfst im Interview nicht in den Verteidigungs-Modus verfallen. Es ist dein Leben und dein beruflicher Werdegang. Die Dinge und Jobs sind so gelaufen, wie sie verlaufen sind.

Dafür musst du dich nicht entschuldigen. Konzentriere dich im Interview vor allem auf deine beruflichen Stationen in den letzten drei bis fünf Jahren.

Wie weit zurück bei Bildung im Lebenslauf?

Manchmal beschäftigt dich auch die Frage, wie weit zurück du bei anderen Lebenslaufangaben außer der Berufserfahrung gehen solltest.

Du brauchst deinen gesamten schulischen Werdegang im Lebenslauf nur angeben, wenn du noch zur Schule gehst bzw. dich um einen Ausbildungsplatz oder einen (dualen) Studienplatz bewirbst.

Nach deiner Berufsausbildung oder deinem Studienabschluss gibst du nur noch deinen höchsten Schulabschluss an. Zusätzlich sind genauere Angaben zur Ausbildung und zum Studium wichtig. Mit jedem Jahr Berufserfahrung wird dann die Rubrik “Beruflicher Werdegang” im Lebenslauf wichtiger.

Deine Grundschulzeit kannst du dagegen immer weglassen.

Da deine abgeschlossene Ausbildung oder dein abgeschlossenes Studium das Fundament deines beruflichen Werdegangs bilden, gibst du sie auch immer an. Dabei spielt es keine Rolle, wie weit die jeweiligen Abschlüsse zurückliegen.

Falls du dich im Laufe der Jahre aber beruflich umorientiert hast, dann spielen neue Ausbildungs-, Studien- oder Weiterbildungsabschlüsse die größere Rolle. Dann kannst du guten Gewissens auch die älteren Abschlüsse weglassen.

Weiterbildungen solltest du aber nur in deinen Lebenslauf aufnehmen, wenn das vermittelte Fachwissen auch heutzutage noch relevant für dein Berufsleben und nicht veraltet ist.

Zum guten Schluss: Wie weit zurück im Lebenslauf?

Im Lebenslauf musst du Fakten für deine Jobeignung aufführen. Als berufserfahrener Bewerber gehört daher die Darstellung deiner Berufserfahrung dazu.

Aber die detaillierte Angabe von 20, 25, 30 oder 40 Jahre Berufserfahrung ist in den meisten Fällen nicht sinnvoll.

Konzentriere dich daher immer erst mal auf die letzten 15 Jahre deines beruflichen Werdegangs. Du gibst Tätigkeitsschwerpunkte, Erfolge, Verantwortungsbereiche und berufliche Aufstiege an.

In Spezialfällen kannst du dann auch weniger oder mehr Jahre Berufserfahrung angeben. Das hängt immer von deiner Bewerbungssituation ab.

Länger zurückliegende berufliche Stationen kannst du alternativ ebenso zusammenfassen.

Wenn du noch Fragen hast, dann hinterlasse gerne einen Kommentar.

Bei Fragen bitte kommentieren!

bewerbung-forum.de

Profitiere von unserer Expertise aus über zwei Jahrzehnten: Bewerbungstipps, Karrierecoaching und Personalberatung. Mit uns findest du nicht irgendeinen Job, sondern deinen Traumjob, der optimal zu deinen Qualifikationen, deinen Bedürfnissen und deiner Persönlichkeit passt. Wenn du noch Fragen hast, dann hinterlasse gerne einen Kommentar. Viel Erfolg beim Bewerben!

Schreibe einen Kommentar