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Tipps für ein überzeugendes und individuelles Anschreiben

Fragen Sie sich bei der Anschreibengestaltung auch oft, welche Fehler Sie nicht machen dürfen und was Sie unbedingt beachten müssen? Leider verlieren sich dabei viele Bewerber in zu viele Details und beschäftigen sich vorrangig mit Nichtigkeiten (millimetergenaue Einstellung der Seitenränder, Farbe der Unterschrift, Lücken und Probleme "verpacken" usw.), anstatt die wirklich wichtigen Elemente bei der Gestaltung des Anschreibens in den Fokus zu rücken.


Mit den folgenden Tipps schaffen Sie die Voraussetzungen, typische Fehler zu vermeiden und Ihr Anschreiben inhaltlich und sprachlich auf einem stärkeren Fundament aufzubauen:


  1. Sich in die Lage des Lesers der Bewerbung versetzen: Die Personalverantwortlichen bearbeiten an einem Tag viele Dutzend Bewerbungen hintereinander und müssen eine Auswahl der geeignetsten Bewerber treffen. Für ein besseres Verständnis der Auswahlkriterien versetzen Sie sich vor der Anschreiben-Gestaltung einfach mal in die Lage der Arbeitgeberseite: Worauf würden Sie beim Lesen von Bewerbungen besonders achten, welche Bewerbungen würden Ihnen am besten gefallen und was wären wichtige Ausschlusskriterien? Mit einer ernsthaften Beantwortung solcher und ähnlicher Fragen erhalten Sie schon erste Ansatzpunkte für die Erstellung Ihres eigenen Anschreibens.

    Denn wenn Sie als Personalverantwortlicher zum Beispiel ein Dutzend Mal "Mit großem Interesse…", "Ich bin flexibel, teamfähig und motiviert.", "Ich habe als … gearbeitet, was mir Spaß machte." oder "Ich würde mich über eine Einladung freuen." in den Anschreiben lesen würden, dann fiele Ihnen eine Auswahl der besten Bewerber aufgrund fehlender inhaltlicher Substanz und Unterscheidbarkeit sicherlich schwer. Die naheliegende Schlussfolgerung lautet deshalb: Geben Sie Ihrem Anschreiben diese inhaltliche Substanz und wecken Sie damit das Interesse der Personalverantwortlichen an Ihrem fachlichen Leistungsangebot.
  2. Keine Musterbewerbungen verwenden: Das Angebot an Musterbewerbungen ist zwar verlockend umfangreich, aber Sie sollten dieser Verlockung widerstehen. Denn viele schlechte Musterbewerbungen haben sich weit verbreitet, so dass die Personalverantwortlichen solche Musterbewerbungen, auch wenn ein paar Wörter ausgetauscht wurden, sofort erkennen und dann aussortieren. Dieses Risiko sollten Sie auf keinen Fall eingehen. Denn jeder selbstbewusste Bewerber kann mit seinen eigenen Worten ein überzeugendes und individuelles Anschreiben erstellen.
  3. Erst die Fakten sammeln, dann das Anschreiben schreiben: Wenn das Anschreiben schreiben so lange hinausgeschoben wurde, bis es nicht mehr anders geht, setzen sich viele Bewerber unter Zeitdruck vor ein weißes Dokument und wollen sofort mit der Reinschrift des Anschreibens loslegen - aber ihnen fällt partout nichts ein und das Dokument bleibt einfach weiß. Aber das ist kein Wunder! Zuerst müssen Sie sich als Bewerber überhaupt erst mal ein paar (positive) Gedanken zu Ihrer Person machen: Wer sind Sie beruflich, was können Sie, was haben Sie geleistet und was wollen Sie erreichen? Nur durch solche und ähnliche Fragen gelangen Sie zu den Fakten, mit denen Sie ein Anschreiben inhaltlich ansprechend gestalten können.
  4. Angebliche Makel oder Lebenslauf-Probleme nicht thematisieren: Ein großer Fehler bei Bewerbungen ist es, persönliche Makel oder Lebenslauf-Probleme in mehreren Sätzen zu erklären und zu begründen. Solche Erklärungen sind allerdings oftmals viel zu negativ und nehmen außerdem Platz für diejenigen Sachverhalte weg, die absolut für Sie sprechen. Eine negative Haltung engt Sie bei der Anschreiben-Gestaltung stark ein, vor allem wenn sich die Gedanken nur darum drehen, wie Sie Makel und Probleme "verpacken" können. Denken Sie stattdessen positiv! Sie können etwas, Sie wollen etwas leisten! Nur solche Sachverhalte thematisieren Sie im Anschreiben!
  5. Anschreiben nicht als ausformulierten Lebenslauf schreiben: Im Anschreiben geben Sie nicht noch einmal Ihren Lebenslauf schriftlich ausformuliert wieder. Stattdessen konzentrieren Sie sich nur auf das Wesentliche: auf Ihr Fachwissen, auf Ihre letzte berufliche Station, auf Ihren höchsten Bildungsabschluss, auf Ihre aktuellste Weiterbildung und auf Ihre besten Stärken. Denn während der Lebenslauf einer Bewerbung sich auf die berufliche Vergangenheit eines Bewerbers bezieht, ist das Anschreiben im Gegensatz dazu auf die berufliche Zukunft ausgerichtet. Dementsprechend können Sie Ihr fachliches Leistungsangebot im Anschreiben immer damit verbinden, welche wichtigen Probleme Sie damit für das Unternehmen lösen oder welche Vorteile Ihre Einstellung dem Unternehmen bringt.
  6. Übliche Einleitungsabsätze streichen: Zusammen mit der Form und dem Betreff ist die Einleitung enorm wichtig, denn wenn Sie hierbei nicht den Erwartungen entsprechen, dann wird das Anschreiben vom Personaler nur noch überflogen und inhaltlich kaum wahrgenommen. Daher verzichten Sie in der Einleitung unbedingt auf jedwede Floskel ("mit großem Interesse", "hiermit bewerbe ich mich", "neue Herausforderung" usw.); auch der Fundort der Stelle wird nicht in der Einleitung genannt, sondern nur im Betreff. Wenn Sie die üblichen Floskeln und Allgemeinheiten am Beginn eines Anschreibens streichen, dann haben Sie mehr Platz für Ihre fachlichen Argumente, mit denen Sie dann eine erhöhte positive Aufmerksamkeit erreichen.
  7. Stärkste Argumente zuerst nennen: Sie haben nur etwa eine dreiviertel DIN-A4-Seite Platz auf Ihrem Anschreiben, deshalb erhält Ihr Anschreiben von Lesern die größte Aufmerksamkeit, wenn Sie ohne Umschweife auf den Punkt kommen und sofort die stärksten Argumente präsentieren. Denn dann ist der Leser gleich in den Bann gezogen, bewertet die stärksten Argumente innerlich positiv und liest konzentriert weiter. Ihre stärksten Argumente sind vor allem Ihr Fachwissen, Ihre letzte berufliche Station, Ihr höchster Bildungsabschluss, Ihre aktuellste Weiterbildung und Ihre besten Stärken.
  8. Zu viele Ich-Sätze vermeiden: Mit reinen Ich-Sätzen ("Ich kann", "Ich bin", "Ich habe" usw.) formulieren Sie meistens immer nur kurze Hauptsätze mit einfachen Aussagen, aber Sie argumentieren nicht. Eine bessere Alternative ist die häufigere Verwendung des Possessivpronomens "mein". Somit entstehen sinnvolle Argumentationsketten fast von alleine. Außerdem vermeiden Sie durch einen Verzicht auf zu viele Ich-Sätze die Verwendung von sprachlich wenig aussagekräftigen Modalverben (können, sollen, wollen, müssen, mögen, dürfen) und Hilfsverben (haben, werden, sein). Dementsprechend liest sich Ihr Anschreiben dann viel lebhafter und interessanter.
  9. Vorteile für das Unternehmen herausarbeiten: Ein Unternehmen stellt Mitarbeiter ein, um Aufgaben möglichst effizient, fehlerfrei, selbstständig, dauerhaft und erfolgreich bearbeiten zu lassen. Stellen Sie daher im Anschreiben einen Zusammenhang zwischen Ihrem Können und Ihren Leistungen sowie den positiven Auswirkungen Ihrer Arbeit für das Unternehmen her. Was macht für den Arbeitgeber den Unterschied, wenn Sie den Job bekommen und kein anderer Bewerber?
  10. Auf bloße Aufzählungen verzichten: Die Aufzählung von Eigenschaften und Fähigkeiten im Anschreiben, die als Anforderungen im Stellenangebot genannt werden, ist wenig substantiell. Sie müssen sich auf die wichtigsten Eigenschaften und Fähigkeiten konzentrieren, die Sie wirklich beherrschen. Diese Beherrschung stellen Sie dann am besten anhand von Beispielen dar. So reicht es etwa nicht aus, einfach nur zu schreiben, dass Sie Kenntnisse in MS Word hätten. Dieses Textverarbeitungsprogramm muss heute schließlich jeder sicher beherrschen; interessant ist es für das Unternehmen aber, welche speziellen Aufgaben Sie damit besonders gut durchführen können und worin der Nutzen für das Unternehmen besteht.
  11. Den Leser direkt ansprechen: Vor allem wenn Sie in der Anrede einen konkreten Ansprechpartner nennen, dann sprechen Sie den Ansprechpartner auch im Anschreibentext selbst mit den Anredepronomen "Sie" oder "Ihr" an. Somit bauen Sie eine Verbindung zum Leser auf, welche dem Anschreiben eine persönliche Note verleiht.

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