Bewerbung mit schlechten Noten: Erklären der Gründe

Wenn du dich mit schlechten Noten um einen Ausbildungsplatz bewerben willst, stellst du dir sicherlich die Frage, wie du deine schlechten Noten erklären kannst und ob du Chancen auf den Ausbildungsplatz hast. Neben Bewerbungsstrategien erhältst du in diesem Artikel auch einige Formulierungen.

Wie Bewerbung mit schlechten Noten schreiben?

Es gibt viele Gründe für schlechte Noten und schlechte Zeugnisse. Daher gibt es auch keine pauschale Lösung und keine ultimativen Formulierungen, die schlechte Noten wegzaubern könnten. Aber es gibt viele Hebel, die du selbst in Bewegung setzen kannst.

Wir bekommen häufig solche Anfragen von Bewerbern, die sich über ihre schlechten Noten Sorgen machen:

Anfrage von Bewerber mit schlechten Noten

„Wenn ich mich jetzt um einen Ausbildungsplatz bewerben würde, müsste ich dann mein schlechtes Zeugnis aus der 10. Klasse beilegen. Mein Problem ist, dass ich letztes Jahr noch nicht wusste, dass ich die Schule verlassen werde, und entsprechend sehen meine Noten auch aus. Eine 5 in Mathematik und der Rest so durchschnittlich. In den Sprachen bin ich ganz gut. Der Durchschnitt ist jetzt 3,3. Wie kann ich am besten meine schlechten Noten im Anschreiben erklären?“

Jeder Fall ist letztendlich anders. Daher können die Lösungen für den Umgang mit schlechten Noten auch ganz unterschiedlich ausfallen. So kommt es beispielsweise darauf an, ob du in einzelnen Fächern schlechte Noten hast oder ob deine Durchschnittsnote schlecht ist. Außerdem ist wichtig, um welche Klassenstufe und Schulart es sich handelt.

Darüber hinaus ist auch entscheidend, ob du schlechten Noten über mehrere Halbjahre vorzuweisen hast oder ob sie ein Ausrutscher in einem Halbjahr waren. Schlussendlich ist die Lösung auch immer davon abhängig, wofür und wo du dich nun bewerben willst.

Schlechte Noten sind grundsätzlich kein Beinbruch. Denn für schlechte Noten kann es viele Gründe geben. Und du kannst dir sicher sein, dass die Empfänger deiner Bewerbungsunterlagen nicht alle immer die besten Noten vorzuweisen hatten. Generell gibt es keinen Grund zu Resignation, nur weil du schlechte Noten hast. Immerhin hast du trotzdem einen Schulabschluss absolviert.

Fakt ist allerdings auch: Die besten Arbeitgeber wollen die besten Bewerber. Schulnoten sind bei einem Schüler oder Studenten, der noch nicht so viel anderes gemacht hat, natürlich ein sehr einfaches Kriteriumzur Auslese. Wenn deine Noten nicht überzeugen, dann musst du die Aufmerksamkeit eben auf anderen Wegen schaffen. Die folgenden Bewerbungsstrategien helfen dir dabei.

Strategien für Bewerbung mit schlechten Noten

#1 Anschreiben und Bewerbungsunterlagen überzeugend gestalten

Bei schlechten Noten musst du natürlich dein Anschreiben sehr gut und selbstbewusst gestalten. Erzähle von deinen Kompetenzen, hebe deine vorhandenen Kenntnisse hervor und weise auf verhältnismäßig gute Noten in anderen Fächern hin. Lasse ein besonders überzeugendes Bewerbungsfoto von dir anfertigen und gestalte deine Bewerbung auch optisch ansprechend.

Du solltest dich vor allem beim Anschreiben bemühen, keine Fehler zu machen und es auf jeden Fall auch Korrekturlesen lassen. Denn wenn dein Anschreiben bzw. deine Bewerbungsunterlagen und deine Zeugnisnoten einen sehr unterschiedlichen Eindruck erwecken, dann wird dich der Arbeitgeber vermutlich eher zu einem Vorstellungsgespräch einladen.

Wenn du dagegen neben schlechten Noten auch noch schlechte Bewerbungsunterlagen präsentierst, dann wirst du nicht viel erreichen können. Einmal im Vorstellungsgespräch angekommen, sind die Schulnoten dann ohnehin eher nebensächlich. Denn dann zählt fast nur noch der Eindruck, den du dort hinterlässt.

#2 Weitere Zeugnisse und Nachweise mitsenden

Es ist logischerweise sinnvoll, zu den schlechten Zeugnissen einfach Kopien weiterer Zeugnisse mitzusenden. Wenn du dich um einen Ausbildungsplatz bewirbst, dann verlangt der Arbeitgeber sowieso häufig die letzten drei Zeugnisse. Falls nicht, dann sende freiwillig mehr Zeugnisse mit guten Noten als Bewerbungsanlagen mit.

Auch weitere Nachweise von Nebenjobs, Praktika oder Projekten können die Anzahl der Bewerbungsanlagen etwas aufblähen, sodass deine schlechten Noten unter Umständen untergehen. Auf alle Fälle bekommt der Arbeitgeber mit weiteren Zeugnissen und Nachweisen ein vollständigeres Bild von dir. Diese Bewerbungsstrategie ist natürlich nicht optimal, wenn du nur schlechte Zeugnisse und Nachweise vorzuweisen hast.

#3 Persönliches Gespräch mit Arbeitgeber suchen

Es ist immer eine gute Idee, wenn du mit dem gewünschten Ausbildungsbetrieb Kontakt aufnimmst und dich mal unverbindlich bekannt machst. Dadurch zeigst du dein besonderes Interesse, als wenn du nur die Bewerbungsmappe zusenden würdest.

Vielleicht hast du die Gelegenheit, mit den verantwortlichen Leuten des Arbeitgebers ein Wort zu wechseln. Das nimmt viel Wind aus den Segeln, wenn dann deine Schulnoten in der schriftlichen Bewerbung nicht so überzeugend sind. Außerdem kennen die Mitarbeiter des Arbeitgebers dann bei der Bearbeitung deiner Bewerbung unter Umständen dein Gesicht oder deine Stimme und können dich später auch leichter zuordnen.

#4 Praktika und Nebenjobs absolvieren

Darüber hinaus können dir Praktika, Nebenjobs oder Freiwilligendienste helfen, deine Chancen bei einer Bewerbung mit schlechten Noten zu verbessern. Denn es führen bekanntlich mehrere Wege nach Rom. Eine praktische Tätigkeit hilft dir dabei, dir Fachwissen anzueignen und dir eine mindestens gute Zeugnisbewertung zu sichern. Mit solchen positiven Nachweisen kannst du dann deine schlechten Noten ausgleichen.

#5 Zusätzliche Beurteilung durch Lehrer einholen

Gegenbefalls kannst du eine zusätzliche Beurteilung eines Lehrers einholen. Das könnte beispielsweise deine Klassenlehrerin, dein Vertrauenslehrer oder deine Fachlehrerin eines Schulfachs sein, in dem du wenigstens gute Leistungen vorzuweisen hast.

Eine Bitte um eine solche Beurteilung kostet dich nichts. Aber viele Lehrer stehen dem durchaus aufgeschlossen gegenüber, obwohl sie dazu nicht verpflichtet sind. Du kannst daher auch nicht unbedingt langatmige Beurteilungen erwarten.

Vielleicht sind deine Lehrer auch dazu bereit, als Referenzperson zur Verfügung zu stehen. Dann kannst du diesen Lehrer als Referenzperson im Anschreiben oder Lebenslauf angeben. Diese Referenzangabe sollte dabei eine Kontaktmöglichkeit enthalten (E-Mail-Adresse oder Telefonnummer), damit sich die Personalerin bei Rückfragen an deinen Lehrer wenden kann.

Der Lehrer muss dir natürlich wohlgesonnen sein und die Gründe für deine schlechten Noten kennen. Außerdem musst du natürlich immer vorher mit dem jeweiligen Lehrer sprechen und ihn um Erlaubnis fragen. Beratschlage dich auch mit Eltern oder Freunden, wie du am besten vorgehen kannst.

#6 Schlechte Noten im Anschreiben kurz begründen

Es ist relativ schwierig, schlechten Noten in einer Bewerbung zu begründen. Letztendlich kommt es aber auf die genauen Gründe an und wie du damit in deinem Anschreiben umgehst. Deine Begründung darf auf keinen Fall zu lang sein und nicht im 1. Teil deines Anschreibens vorkommen.

Stattdessen nennst du sachlich die Gründe. Außerdem kannst du angeben, dass diese Gründe nicht mehr vorliegen bzw. dass du gegebenenfalls deine Lehren daraus gezogen hast. Lies dir dazu auch die Formulierungen weiter unten durch.

#7 Berufsfachschule besuchen, um Noten zu verbessern

Vielleicht bist du noch nicht reif genug gewesen, um zu erkennen, dass du für deinen beruflichen Weg einigermaßen gute Noten benötigst. Vielleicht hattest du gesundheitliche oder private Probleme, die zu schlechten Noten führten. Vielleicht war die bisherige Schule auch nicht optimal für dich, weil dich Mitschüler mobbten oder es zu viele mittelmäßige Lehrer gab.

Dann kann es eine gute Idee sein, nichts übers Knie zu brechen und dich nicht gleich um einen Ausbildungsplatz zu bewerben. Stattdessen könntest du erst mal eine Berufsfachschule besuchen, dich dort schon für einen Beruf spezialisieren, mit einem guten Zeugnis abschließen und dann anschließend eine Ausbildung beginnen.

Eine Berufsfachschule bereitet dich auf den gewünschten Ausbildungsberuf sehr gut vor, während du gleichzeitig deine Zensuren verbessern kannst. Denn oftmals besteht der Schulstoff aus Wiederholungen. Neben der Notenverbesserung und der Berufsvorbereitung erhältst du je nach Dauer auch einen weiteren schulischen Abschluss und kannst später unter Umständen von einer Ausbildungsverkürzung profitieren.

Beispiele für Formulierungen für schlechte Noten in Bewerbung

Die folgenden Formulierungen sollen dir als Anregungen für eigene Überlegungen dienen:

„Aufgrund von persönlichen Problemen konnte ich mich im letzten Schuljahr nicht in dem von mir gewünschten Maße auf mein schulisches Weiterkommen konzentrieren, was sich in meinen Noten widerspiegelt. Diese persönlichen Probleme konnte ich jedoch überwinden. Daher kann ich mich nun mit neuem Elan meiner schulischen Laufbahn widmen, wie Sie anhand der aktuellen Notenübersicht sehen können.“

„Meine Leistungen in Mathematik schwanken je nach Themengebiet zwischen 2 und 4. Da ich weiß, dass Mathematik auch im Berufsleben sehr wichtig ist, verbessere ich meine Kenntnisse durch Nachhilfeunterricht.“

„Leider entspricht mein Abschlusszeugnis nicht mehr meinen heutigen Ansprüchen. Inzwischen habe ich eine andere Einstellung zum Lernen, als dies zu Schulzeiten der Fall war. Darüber hinaus habe ich in mehreren Praktika meine handwerklichen Fähigkeiten und mein technisches Verständnis zur Bearbeitung von kleinen Projekten eingesetzt.“

„Da ich im letzten Schuljahr schwer erkrankt bin, hatte dies leider Auswirkungen auf meine Schulnoten. Ich bin auf dem besten Weg der Genesung. Meine Motivation und meine Fähigkeiten im Umgang mit Menschen und bei verwaltenden Tätigkeiten möchte ich gerne in einem Praktikum bei Ihnen einbringen.“

„Ich bin ein Mensch, der mehr über das praktische Herangehen an Probleme lernt. Daher lag mir die theorielastige Lernform in der Schule nicht so. Besonders überdurchschnittliche Noten erzielte ich in praktisch orientierten Fächern.“

Schlussgedanken zur Bewerbung mit schlechten Noten

Du kannst dich auch mit schlechten Noten erfolgreich um einen Ausbildungsplatz, einen Nebenjob oder ein Praktikum bewerben. Du musst oftmals nur etwas kleinere Brötchen backen und in deinen Bewerbungsprozess mehr Zeit investieren, damit deine Bewerbungsunterlagen überzeugen. Besonders gut ist es natürlich, wenn deine Leistungen mittlerweile besser geworden sind und du aus eventuellen Fehlern der Vergangenheit gelernt hast.

Wenn die Gründe für deine schlechten Noten immer noch vorliegen, dann musst du alles daran setzen, deine Situation zu verbessern. Manchmal ist dafür einfach mehr Lernzeit notwendig, manchmal aber auch Gespräche mit Lehrern und Eltern oder Nachhilfeunterricht. Für alles gibt es Lösungen. Falls du noch Fragen zur Bewerbung mit schlechten Noten hast, dann schreibe gerne einen Kommentar oder einen Beitrag im Forum.

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