Ausbildungsbetrieb wechseln ≫ Bewerbung schreiben + viele Formulierungen

Wenn du deinen Ausbildungsbetrieb wechseln willst, dann befindest du dich in einer stressigen Bewerbungssituation, die aber lösbar ist. In diesem Ratgeber stellen wir dir viele Formulierungen für einen Betriebswechsel vor.

Außerdem erhältst du Tipps, wie du deine Wechselgründe im Anschreiben am besten angibst und worauf du bei deiner Bewerbung achten musst.

Inhaltsverzeichnis Ausbildungsbetrieb wechseln

Ausbildungsbetrieb wechseln Bewerbung Formulierungen Muster
Ausbildungsbetrieb wechseln Bewerbung Formulierungen Muster

10 wichtige Schlüsselfakten zum Betriebswechsel während der Ausbildung

#1 Positivität

Du befindest dich in einer belastenden und schwierigen Situation, die du aber meistern wirst. Du hast dich schon einmal erfolgreich um einen Ausbildungsplatz beworben und weißt jetzt noch besser, was dir bei einem Ausbildungsbetrieb zusagt. Also packe diese Aufgabe mit Zuversicht an.

#2 Professionelle Beratung

Versuche bei deinem Bewerbungsvorhaben weitere Personen beratend einzubeziehen, wie deine Familie oder Freunde. Auch Beratungsstellen, Berufsschullehrer oder berufliche Kammern (zum Beispiel IHK oder HWK) können dir eine wichtige Stütze sein und hilfreiche Tipps geben.

#3 Kündigung

Beachte bitte auch § 22 Berufsbildungsgesetz, denn du kannst dein Ausbildungsverhältnis nach der Probezeit nicht ordentlich kündigen. Für die Erörterung deiner weiteren Optionen (außerordentliche Kündigung und Aufhebungsvertrag) ist die professionelle Beratung wichtig, vor allem bei den zuständigen Berufskammern.

#4 Telefonischer Kontakt

Nachdem du potentielle Ausbildungsbetriebe recherchiert hast, nimmst du mit diesen am besten telefonischen Kontakt auf, um deine Bewerbungssituation und deine beruflichen Vorstellungen kurz zu schildern. So bekommst du schon einen Eindruck davon, ob ihr zusammenpassen könntet.

#5 Anschreiben

Ein Anschreiben für einen Betriebswechsel unterscheidet sich vom Aufbau und Inhalt nicht stark von einem überzeugenden Anschreiben für jede andere Ausbildungsbewerbung.

#6 Wechselgründe

Für die Angabe von Wechselgründen stehen dir verschiedene Bewerbungsstrategien zur Verfügung, die wir dir im Artikel vorstellen. „Ehrlichkeit“ ist nicht immer sinnvoll; manchmal aber eben doch. Denn es geht schlussendlich um deine berufliche Zukunft.

#7 Hin-Motivation

Wichtig sind bei einem Betriebswechsel nicht nur die Gründe, die dich vom aktuellen Ausbildungsbetrieb wegziehen, sondern die positiven Gründe, die dich zum potentiellen Ausbildungsbetrieb hinziehen.

#8 Praktische Erfahrungen

Während deiner bisherigen Ausbildung hast du einen Einblick in Arbeitsabläufe erhalten und einige Tätigkeiten sicherlich schon öfter ausgeführt. Dies greifst du im Anschreiben auf, vor allem bei einem Betriebswechsel vom 2. Lehrjahr ins 3. Lehrjahr.

#9 Vorteile als „erfahrener“ Azubi

Auch wenn deine Ausbildung unter Umständen bisher nicht nach deinen Vorstellungen verlaufen ist, bist du durch diese Erfahrungen auch „gereift“. Überlege dir, wie du deine Vorteile als „erfahrener“ Azubi ins Bewerbungsschreiben einbauen kannst. Du weißt auf jeden Fall, was du kannst und willst.

#10 Formulierungen + Vorlagen

Jede Bewerbungssituation ist individuell. Daher verwende Formulierungen und Musterbewerbungen nicht „blind“, sondern nutze sie als Anregungen. Denn du willst sicherlich keine x-beliebige Massenbewerberin sein.

Ausbildungswechsel Bewerbung Betrieb Muster
Ausbildungswechsel Bewerbung Betrieb Muster

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Formulierungen für Wechsel des Ausbildungsbetriebs

Jede Bewerbungssituation ist individuell, daher gibt es keine Formulierungen, die für alle Bewerber zeitgleich optimal geeignet wären und wie durch Zauberhand direkt zum unterschriftsreifen Ausbildungsvertrag führen würden. Daher nutze die folgenden Formulierungen als Ideen und Anregungen, um deine Gedanken in Schwung zu bringen und eigene Beispielsätze zu formulieren.

„Seit dem 01.09.2020 befinde ich mich in einer Ausbildung zur Fachlageristin und möchte nun meine Ausbildung in Ihrem Betrieb fortsetzen. Trotz des angestrebten Betriebswechsels bin ich von meiner Berufswahl überzeugt, da ich gerne körperlich und mit Hilfe der IT arbeite. Deshalb macht mir der Beruf der Fachlageristin auch jeden Tag aufs Neue Spaß.“
„Ihre Auszubildende, Frau Berger, hat mir Ihre Firma aufgrund der exzellenten Azubibetreuung empfohlen und mich über die vakante Ausbildungsstelle informiert. Daher möchte ich meine Ausbildung gerne bei Ihnen fortführen. Ich erhoffe mir davon, meinen Ausbildungsbereich in allen Facetten praktisch kennenzulernen. Da dies gegenwärtig bei meinem kleinen Ausbildungsbetrieb mit fünf Mitarbeitern nicht der Fall ist, habe ich mich für einen Betriebswechsel entschieden.“
„Aktuell absolviere ich eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei der ABC Services in Berlin. Aufgrund betriebsinterner Umstrukturierungen sehe ich mein Ausbildungsziel und meine  fachliche Weiterentwicklung in Gefahr, sodass ich einen Betriebswechsel anstrebe und meine Ausbildung gerne bei Ihnen fortsetzen möchte.“
„Obwohl ich mich noch im 2. Lehrjahr meiner Ausbildung zum Industriemechaniker befinde, bin ich aus betriebsbedingten Gründen gezwungen, meinen Ausbildungsbetrieb zu wechseln. Trotz dieses Wechselwunsches bin ich hochmotiviert, meine Ausbildung fortsetzen und erfolgreich abschließen zu können, denn das technisch-handwerkliche Arbeiten liegt mir sehr.“
„Ich erwarte mir von einer guten Ausbildungsstelle neben einer intensiven Anleitung der Auszubildenden und der praxisnahen Berufsvorbereitung auch ein generell angenehmes Betriebsklima und die Einbeziehung in größere Fachprojekte. Da diese wichtigen Aspekte trotz Lösungsversuchen meinerseits von meinem aktuellen Arbeitgeber nicht ausreichend beachtet werden, will ich meine Ausbildung in einem Ausbildungsbetrieb fortsetzen, welcher meine Motivation und mein Engagement schätzt sowie mich fachlich fördert und fordert.“
„In meinem derzeitigen Ausbildungsbetrieb kann ich meine Stärken und Fachkenntnisse nicht annähernd wie gewünscht einbringen. Die genauen Gründe erläutere ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch. Damit ich eine fundierte Ausbildung erhalte und da mir Ihr Unternehmen von Mitschülern aus der Berufsschule als besonders mitarbeiterfreundlich empfohlen wurde, strebe ich einen Betriebswechsel zu Ihnen an.“
„Derzeit befinde ich mich im zweiten Lehrjahr meiner Ausbildung zur Mediengestalterin. Aufgrund eines Wohnortwechsels nach Berlin suche ich einen neuen Ausbildungsbetrieb, bei dem ich meine Ausbildung nahtlos weiterführen kann. Mein Umzug findet zum 31.08. statt, sodass ein Einstieg zum von Ihnen gewünschten Termin möglich ist. Gerne erteilt Ihnen meine derzeitige Ausbilderin, Frau Hoffmann, unter der Telefonnummer 0123/456789 weitere Auskünfte über mich.“
„Aufgrund der drohenden Insolvenz meines derzeitigen Ausbildungsunternehmens suche ich für mein letztes Ausbildungsjahr ein finanzstarkes Unternehmen, bei dem ich meine Ausbildung weiterführen und erfolgreich abschließen kann.“
„Aktuell befinde ich mich in einem Ausbildungsverhältnis zum Verkäufer. Infolge der konjunkturellen Rezession kann mein Ausbildungsbetrieb mir das 3. Ausbildungsjahr zum Kaufmann im Einzelhandel nicht mehr gewähren. Da diese berufliche Entwicklung für mich aber von großer Bedeutung ist und ich damit meine beruflichen Chancen in der Zukunft verbessere, möchte ich meine Ausbildung gerne bei Ihnen fortsetzen.“
„Aus betriebsinternen Gründen kann ich meine Ausbildung im bisherigen Ausbildungsbetrieb leider nicht fortführen und strebe somit einen Betriebswechsel zu Ihnen an. Da ich mich schon im 3. Ausbildungsjahr befinde, gewinnen Sie mit mir einen Auszubildenden, der aufgrund seiner berufsspezifischen Kenntnisse tatkräftig anpacken kann.“
„Ich möchte ehrlich mit Ihnen sein: fortgesetztes Mobbing trotz vieler Lösungsversuche meinerseits veranlassen mich zu einem Wechsel des Ausbildungsbetriebs. Ich möchte als wissbegieriger und fleißiger Auszubildender im zweiten Lehrjahr gerne meine Ausbildung bei Ihnen weiterführen. Ihr Unternehmen spricht mich besonders an, weil Sie sich betrieblich aktiv gegen Mobbingstrukturen einsetzen, wie ich in einem Artikel in der FAZ vom 15.04. las.“
„Meine Vorstellungen von einer qualitativ hochwertigen Ausbildung erfüllt mein derzeitiger Betrieb leider nicht, denn der Rahmenlehrplan wird aufgrund von Personalmangel nur punktuell eingehalten. Das intensive Gespräch mit Ihrer Mitarbeiterin, Frau Baumann, hat mich davon überzeugt, meine Ausbildung bei Ihnen fortzuführen. Da Sie auch Auszubildende schon als gleichberechtigte Mitarbeiter sehen, werden Sie von meinem Fleiß und meiner selbstständigen Arbeitsweise sehr profitieren.“
„Wie ich Ihnen schon telefonisch mitgeteilt habe, absolviere ich derzeit eine Ausbildung zum Biologielaboranten und möchte nun meinen Ausbildungsbetrieb wechseln, um meine Ausbildung bei Ihnen fortzuführen. Ich erlernte bereits eine Vielzahl von wichtigen Tätigkeiten, aber nun möchte ich auch alle tiefergehenden Tätigkeiten des Berufes kennenlernen, was bei meinem Ausbildungsbetrieb nicht gewährleistet ist.“
„Mein erstes Ausbildungsjahr bei der ABC Services in Berlin habe ich überdurchschnittlich abgeschlossen. Nun strebe ich aus persönlichen Gründen einen Betriebswechsel an, um eine fundierte Ausbildung zu absolvieren.“
„Da in meinem aktuellen Ausbildungsbetrieb die Einhaltung des Ausbildungslehrplanes nicht gewährleistet werden kann und die Ausbilder fehlen, ergreife ich die Initiative, meine Ausbildung zum 01.08. in Ihrem Ausbildungsbetrieb fortzuführen.“
Betriebswechsel Ausbildung Bewerbung Muster und Formulierungen
Betriebswechsel Ausbildung Bewerbung Muster und Formulierungen

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Wie Wechselgründe für Betriebswechsel im Anschreiben angeben?

Der Empfänger einer Bewerbung für eine Ausbildungsübernahme stellt sich immer die Frage nach den Wechselgründen. Wenn du darüber im Anschreiben schweigst und auch vorher keinen (telefonischen) Kontakt hattest, dann verringerst du damit deine Erfolgswahrscheinlichkeit für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Irgendwann musst du es schließlich sowieso erklären, also warum dann nicht gleich im Anschreiben?

<strong>Häufige Gründe für Wechsel des Ausbildungsbetriebs</strong>
  • Schlechtes Betriebsklima
  • Mobbing
  • Drohende Insolvenz
  • Fachliche Unterforderung
  • Kein Einhaltung des Ausbildungslehrplans
  • Umzug
  • 3. Lehrjahr nach zweijähriger Ausbildung
  • Tod/ Krankheit von Inhabern

Bei der Angabe von konkreten Gründen für deinen Wunsch eines Betriebswechsels stehst du vor einem Dilemma. Denn einerseits hat ein potentieller Ausbildungsbetrieb ein berechtigtes Interesse, deinen Wechselwunsch durch die Angabe von Gründen besser einzuschätzen. Andererseits willst du nicht zu negativ über deinen derzeitigen Ausbildungsbetrieb schreiben. Darüber hinaus sind die Gründe auch häufig für ein Bewerbungsanschreiben zu komplex.

Schlecht sind vor allem solche Gründe, die sich inhaltlich nicht deutlich nachvollziehen lassen. Noch schlechter sind allerdings Gründe, die sich so anhören, als wenn sie auch nach einem Betriebswechsel fortbestehen könnten. Zu solchen Gründen zählen dann vor allem solche Formulierungen wie „aus persönlichen Gründen“.

Außerdem wird ein potentieller Ausbildungsbetrieb niemals denken, dass nur eine Seite an der Situation „Schuld“ hätte. Wichtig ist daher auch, dass du mit deiner Formulierung nicht zu wilden Spekulationen anheizt, sondern vor allem auch als lösungsorientiert und reflektiert erscheinst. Die folgenden vier Bewerbungsstrategien kannst du anwenden, wenn du deinen Ausbildungsbetrieb wechseln willst.

#1 Wechselmotivation sachlich nennen

Bei einem Wunsch zum Wechsel des Betriebs während der Ausbildung sind nicht immer arbeitgeber- oder ausbildungsbezogene Gründe ausschlaggebend. Vielleicht ziehst du in eine andere Stadt, ist dein Ausbildungsbetrieb von Insolvenz bedroht oder willst du nach einer zweijährigen Ausbildung noch ein 3. Ausbildungsjahr anschließen, was deine derzeitige Ausbildungsfirma aber nicht anbietet.

In diesem Fall nennst du einfach den entsprechenden Grund kurz und sachlich in deinem Anschreiben, am besten nach einer überzeugenden Einleitung. So ist das potentielle Ausbildungsunternehmen über deine Wechselmotivation informiert.

#2 Keine Nennung von Wechselgründen

Eine weitere Bewerbungsstrategie hinsichtlich der Wechselgründe wäre das komplette Verschweigen. Damit hast du auch mehr Platz im Anschreiben für die Darstellung deiner Motivation, Kenntnisse und Stärken. Die genaue Erläuterung der genauen Gründe für den angestrebten Betriebswechsel ist dann im Vorstellungsgespräch möglich.

Aber du musst letztendlich auch erst einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Wenn du dagegen wesentliche Aspekte deiner Bewerbungsmotivation weglässt, dann wirfst du damit beim potentiellen Ausbildungsbetrieb häufig mehr Fragen auf als du beantwortest.

Daher ist dieser Bewerbungsstrategie nur empfehlenswert, wenn du vorher schon einen telefonischen Kontakt mit dem potentiellen Ausbildungsbetrieb hattest und dieser über deine Ausbildungssituation mehr oder weniger Bescheid weiß.

#3 Negative Wechselgründe direkt ansprechen

Es gibt bei Betriebs- und Jobwechslern immer den Ratschlag, nicht negativ über einen Arbeitgeber zu reden. Aber ist das überhaupt logisch? Warum solltest du dich als Bewerberin verstellen und gute Miene zum bösen Spiel machen, wenn es sich beim „bösen Spiel“ um Mobbing oder keine ordnungsgemäße Ausbildung handelt? Warum solltest du weiter darunter leiden, wenn du dich selbst korrekt verhalten hast?

Wichtig ist bei der Angabe von negativen Gründen, dass du ausreichend reflektiert bist und dass du auch deine Lösungsversuche skizzierst. Problematisch ist allerdings, dass diese Darstellung dann viel Platz im Anschreiben einnimmt und diese Bewerbungsstrategie deswegen tatsächlich nicht so empfehlenswert ist. Aber eben aus Platzgründen und nicht aus falsch verstandener Loyalität dem aktuellen (schlechten) Ausbildungsbetrieb gegenüber.

#4 Negative Wechselgründe ins Gegenteil wenden

Eine weitere Bewerbungsstrategie besteht darin, dass du negative Wechselgründe nicht direkt benennst, sondern sie ins Gegenteil wendest. Du gibst dann beispielsweise nicht an, was dir beim aktuellen Ausbildungsbetrieb nicht gefällt, sondern was du von einem guten Arbeitgeber erwartest. Gegebenenfalls kannst du zusätzlich andeuten, dass dies eben aktuell nicht gewährleistet ist.

Deine Erwartungen können beispielsweise die Betreuung der Auszubildenden, die Hilfestellung bei fachlichen Fragen, die Abstimmung mit der Berufsschule, der generelle Ausbildungsablauf, das Betriebsklima oder eigenständig zu bearbeitende Azubiprojekte betreffen. Je genauer deine Formulierung ist, desto besser deine Argumentation.

Indem du deutlich machst, was du genau willst, trennst du auch gleich die Spreu vom Weizen. Denn es nutzt dir schließlich nichts, wenn du vom Regen in die Traufe kommst, weil der neue Arbeitgeber genauso schlecht wie dein aktueller Arbeitgeber ist. Daher solltest du auch in einem Vorstellungsgespräch viele eigene Fragen stellen, um eine Fehlentscheidung auszuschließen.

Betriebswechsel Bewerbung Muster Ausbildungsstelle
Betriebswechsel Bewerbung Muster Ausbildungsstelle

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Rechtliche Voraussetzungen für Betriebswechsel: Aufhebungsvertrag und Kündigung

Du hast mit deinem Ausbildungsbetrieb einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen, den du grundsätzlich auch einhalten musst. Als Auszubildender hast du drei Möglichkeiten, um dein Ausbildungsverhältnis nach der Probezeit zu lösen.

#1 Ordentliche Kündigung

Bei der ordentlichen Kündigung kannst du dein Ausbildungsverhältnis gemäß § 22 Berufsbildungsgesetz Absatz 2 mit der gesetzlichen Kündigungsfrist von vier Wochen kündigen.

Die ordentliche Kündigung kommt für dich als Betriebswechsler allerdings nicht in Frage, da dies nicht möglich ist, wenn du deinen aktuellen Ausbildungsberuf weiter ausüben willst. Die ordentliche Kündigung ist nur möglich, wenn du deine Berufsausbildung aufgibst.

#2 Außerordentliche Kündigung

Darüber hinaus kannst du dein Ausbildungsverhältnis aus einem wichtigen Grund ohne Einhalten einer Kündigungsfrist kündigen. Welche Gründe als „wichtig“ anerkannt werden, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Es reicht allerdings nicht aus, dass dir der Ausbildungsbetrieb nicht mehr gefällt. Du solltest dir auf alle Fälle professionelle Unterstützung nehmen, um eine außerordentliche Kündigung durchzuführen.

Gerade wenn du aus einem wichtigen Grund außerordentlich kündigen willst, musst du innerhalb von zwei Wochen nach dem Bekanntwerden des wichtigen Grundes außerordentlich kündigen. Innerhalb dieser zwei Wochen solltest du dich dann auch mit professionellen Helfern beraten haben.

#3 Aufhebungsvertrag

Bei einem Aufhebungsvertrag einigst du dich mit deinem aktuellen Ausbildungsbetrieb auf die Auflösung des Ausbildungsverhältnisses. Ein Aufhebungsvertrag ergibt vor allem dann Sinn, wenn du schon einen neuen Ausbildungsbetrieb gefunden hast, der dich gerne übernehmen möchte.

Aber bevor du einen neuen Ausbildungsvertrag offiziell unterschreiben kannst, muss der alte erst mal aufgelöst werden. Hilfe erhältst du dafür auch bei den Berufskammern.

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Professionelle Hilfe für Wechsel des Betriebs während der Ausbildung suchen

Wenn du deinen Ausbildungsbetrieb wechseln willst, dann organisiere dir professionelle Unterstützung. Bei größeren Arbeitgebern kannst du dich oft an den Betriebsrat oder Personalrat oder sogar an eine Jugend- und Auszubildendenvertretung wenden.

Weitere Hilfe bekommst du zum einen bei spezialisierten Beratungsstellen und Gewerkschaften und zum anderen bei den zuständigen Berufskammern. Weitere Ansprechpartner für eine Unterstützung können Lehrer der Berufsschule sein.

Zu den Beratungsstellen gehören zum Beispiel:

Zu den zuständigen Berufskammern bzw. Berufsständischen Körperschaften gehören zum Beispiel:

  • Industrie- und Handelskammern
  • Handwerkskammern
  • Landwirtschaftskammern
  • Ärztekammern oder
  • Rechtsanwaltskammern

Bei der für deinen Ausbildungsberuf zuständigen Berufskammer ist dein Ausbildungsverhältnis amtlich registriert. Sie sind grundsätzlich auch dafür da, dich bei Problemen in der Ausbildung zu beraten.

<strong>Tipp: Dokumentation deiner Ausbildung</strong>

Damit du später auch Probleme während der Ausbildung beweisen kannst, solltest du möglichst detailliert und vollständig deine Ausbildung dokumentieren. Dafür ist das Berichtsheft der geeignete Ort. Darüber hinaus kannst du für „Vorfälle“ ein eigenes Dokument erstellen, zum Beispiel hinsichtlich Mobbing oder Diskriminierung.

Bewerbung Ausbildungsbetrieb wechseln Vorlage
Bewerbung Ausbildungsbetrieb wechseln Vorlage

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Vor Ausbildungsbetriebswechsel am besten telefonischer Kontakt

In den seltensten Fällen schreiben Arbeitgeber Ausbildungsstellen für Betriebswechsler aus. Daher musst du selbst aktiv werden. Aber auch hier können dir die Berufskammern helfen, weil sie einen Überblick darüber haben, welche Ausbildungsunternehmen es insgesamt im jeweiligen Kammerbezirk gibt und bei welchen Ausbildungsunternehmen andere Auszubildende unter Umständen ihre Ausbildung abgebrochen haben.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn du den vorherigen telefonischen Kontakt mit dem potentiellen Ausbildungsbetrieb suchst und deine Situation schilderst: reflektiert und positiv. Mache deutlich, was dir bei einem Ausbildungsbetrieb wichtig ist und warum du weiterhin für den Ausbildungsberuf geeignet bist. Dann kann der Ausbildungsbetrieb entscheiden, ob Interesse an dir besteht und du deine Bewerbungsunterlagen einreichen sollst.

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Gib auch positive Gründe für neue Ausbildungsfirma an

Wichtig: Einer potentiellen Ausbildungsfirma interessieren nicht nur die Gründe, warum du deinen aktuellen Ausbildungsbetrieb quasi fluchtartig verlassen willst. Du musst dich stattdessen auch mit der potentiellen Ausbildungsfirma auseinandersetzen und positive Gründe angeben, die dich dorthin hinziehen. Denn kein Arbeitgeber möchte gerne nur ein Notnagel sein.

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Vorlagen im Bewerbungsforum: Ausbildungsbetrieb wechseln

Du bist in deiner Bewerbungssituation nicht alleine. Denn viele Auszubildende wollen ihren Ausbildungsbetrieb aus den verschiedensten Gründen wechseln. Im Forum findest du ein paar interessante Themen, in denen Bewerber Schritt für Schritt ihre Bewerbungen verbessert haben:

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Schlussgedanken zum Betriebswechsel während der Ausbildung

Ein Betriebswechsel während der Ausbildung ist eine besondere Herausforderung, die du aber gut meistern wirst. Besonders wichtig ist, dass du nun den perfekten Ausbildungsbetrieb findest, der optimal zu dir passt. Was du von einer guten Ausbildungsfirma erwartest, kannst du daher auch schon in einem telefonischen Vorabkontakt und im Anschreiben angeben.

Gestalte dein Anschreiben insgesamt nicht zu negativ, sondern gehe darauf ein, warum dich der Ausbildungsberuf weiter anspricht, was du an Kenntnissen und Erfahrungen mitbringst und was dich an der Ausbildungsfirma anzieht. Mit dieser Vorgehensweise argumentierst du statt nur über deinen aktuellen Ausbildungsbetrieb negativ zu schreiben.

Falls du noch weitere Fragen hast, dann hinterlasse hier gerne einen Kommentar oder schreibe einen Beitrag im Bewerbungsforum.

Bei Fragen bitte kommentieren!

Noch Fragen?

Wenn du noch Fragen hast, dann hinterlasse gerne einen Kommentar. Als Alternative kannst du auch im Bewerbungsforum einen Beitrag verfassen. Viel Erfolg beim Bewerben!

1 Gedanke zu „Ausbildungsbetrieb wechseln ≫ Bewerbung schreiben + viele Formulierungen“

  1. Wertes Team,

    ich möchte nicht von dieser Seite weiter gehen ohne ein paar positive Worte zu hinterlassen.
    Man findet hier sehr wertvolle Tips, die einen tatsächlich sehr helfen.
    Es ist alles sehr verständlich und nachvollziehbar erläutert.

    Kurz und knapp vielen Dank !

    Familie B… aus Halle a.d. Saale

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