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Bewerbung Praktikum

Eine Bewerbung für ein Praktikum sollte vom Bewerber genauso gewissenhaft angefertigt werden wie die Bewerbungen bei anderen auftretenden Bewerbungssituationen auch. Denn oftmals handelt es sich bei so einer Praktikumsbewerbung um die erste Bewerbung überhaupt; die die erste allgemeine oder spezielle Berufserfahrung zum Ziel hat. In diesem Artikel finden Sie zahlreiche wichtige Tipps und Muster für eine überzeugende Praktikumsbewerbung.


Praktikum in unterschiedlichen schulischen und beruflichen Situationen

Grundsätzlich gibt es aufgrund unterschiedlicher schulischer, persönlicher und beruflicher Situationen des Bewerbers auch unterschiedliche Praktikumsarten. So kommen folgende Praktikumsarten sehr häufig vor:

  • Schülerpraktikum
  • BOGY-Praktikum
  • Betriebspraktikum
  • Vorpraktikum
  • Grundpraktikum
  • Fachpraktikum
  • Pflichtpraktikum
  • Semesterpraktikum
  • Praxissemester
  • Anerkennungsjahr
  • Jahrespraktikum
  • Gelenktes Praktikum
  • Berufspraktikum
  • Blockpraktikum
  • Laborpraktikum
  • Auslandspraktikum
  • Referendariat
  • Famulatur
  • Volontariat

Einige der oben aufgeführten Praktikumsarten werden synonym verwendet; andere unterscheiden sich dagegen hinsichtlich der Anforderungen, der Dauer und des Praktikumsinhaltes deutlich voneinander. Allerdings haben diese Merkmale nicht so einen großen Einfluss auf die dann auch möglicherweise unterschiedliche Gestaltung einer Praktikumsbewerbung. Denn es kommt immer darauf an, keine Standardbewerbung zu verschicken, sondern mit nachvollziehbaren Argumenten und einer ansprechenden Form zu überzeugen.

Praktikum – Ziele und Inhalte

Mit einem Praktikum können grundsätzlich verschiede Ziele verfolgt werden, so dass sich auch der Inhalt der Praktika unterscheidet. In sehr jungen Jahren dient ein Praktikum während der Schulzeit vorwiegend der beruflichen Orientierung, damit man ein bestimmtes Berufsfeld und die damit verbundenen Anforderungen und Tätigkeiten kennenlernen kann. Diese berufliche Orientierung kann auch bis nach einem Schulabschluss und bis die Ausbildungsphase ausgeweitet werden.

Ein weiteres Ziel eines Praktikums besteht darin, Theoriekenntnisse in der Praxis anzuwenden und zu vertiefen. Solche Praktika finden häufig in der Ausbildungs- bzw. Studienphase statt; besonders auch in Berufen, die in einer schulischen Ausbildung erlernt werden. Zum Teil muss man sich um einen Praktikumsplatz bei bestimmten Unternehmen selbst bewerben, teilweise wird man als Auszubildender auch bestimmten Unternehmen zugeordnet.

Als Student oder Absolvent einer Hochschule dient das Praktikum in erster Linie dem beruflichen Einstieg, um die spezifischen Arbeitsabläufe beim Arbeitgeber und der jeweiligen Branche kennenzulernen und sich relevante Berufserfahrungen anzueignen. Als Praktikant wird man mit den notwendigen fachlichen und persönlichen Anforderungen konfrontiert, die das tägliche Berufsleben bestimmen. Der Praktikant soll in so einem Praktikum möglichst viel lernen, um produktiver zu werden, und nach einer bestimmten Zeit, komplexe Aufgaben der gewählten Ausbildungs- und Berufsrichtung selbstständig ohne Anleitung lösen zu können.

Anforderungen an eine Bewerbung für ein Praktikum

Das hauptsächliche Problem bei einer Bewerbung für ein Praktikum besteht darin, dass man als Bewerber noch über sehr wenig praktische Erfahrungen verfügt und noch sehr unsicher über die passende Darstellung dieser minimalen Praxiserfahrung ist. In der Bewerbung muss vor allem deutlich werden, warum Sie ein Praktikum absolvieren möchten, welche Fähigkeiten und Kenntnisse Sie für ein Praktikum befähigen und welche Aufgaben und Tätigkeiten Sie im Praktikum kennenlernen wollen.

Motivation für das Praktikum

Bei der Darstellung des Ziels Ihres Praktikums und Ihrer Motivation sollten Sie nicht so sehr den Eindruck erwecken, als wenn das Praktikum für Sie nur lästige Pflicht wäre, weil es beispielsweise so in der Studien- oder Ausbildungsordnung vorgeschrieben ist oder weil Sie nur die Praktikumsvergütung oder das Praktikumszeugnis interessieren. So ein Vorgehen wäre für den Berufseinstieg und für die ersten praktischen Erfahrungen sehr ungeschickt und kurzsichtig.

Vielmehr kommt es darauf an, in der Bewerbung für ein Praktikum deutlich zu machen, dass Sie sich beispielsweise beruflich orientieren, den Arbeitsalltag in einer bestimmten Branche kennenlernen, theoretisch erlangtes Wissen praktisch umsetzen, Ihr Berufsziel verfolgen, sich mit dem Praktikum noch mehr Spezialwissen aneignen oder einfach den Berufseinstieg finden wollen. Dementsprechend sollte Sie die Einleitung Ihrer Praktikumsbewerbung individuell und aussagekräftig gestalten, damit Sie sich von anderen Bewerbern positiv hervorheben. Im Folgenden finden Sie ein paar Beispiele:

"...als vielseitig begabter Realschüler sehe ich meine berufliche Zukunft im handwerklichen Bereich. Während ich meine Stärken bisher nur beim Modellbau sowie bei Fahrrad- und Hausreparaturen einsetzen konnte, möchte ich nun ein zweiwöchiges Praktikum nutzen, um die Anforderungen im Berufsalltag und handwerkliche Grundpraktiken kennenzulernen."

"...nachdem ich drei Semester erfolgreich BWL studiere, möchte ich in einem Praktikum bisher erworbene Kenntnisse in der praktischen Arbeit ein- und umsetzen. Aufgrund der Internationalität Ihres Unternehmen und meiner exzellenten Fremdsprachenkenntnisse spricht mich Ihr Praktikumsangebot besonders an."

"...ich bin eine fleißige und engagierte angehende Pharmazeutisch-technische Assistentin, die ihre praktische Ausbildung gerne in Ihrer Apotheke absolvieren möchte. Neben guten Theoriekenntnissen bringe ich fundierte EDV-Kenntnisse und eine ausgezeichnete Kommunikationsfähigkeit mit, so dass ich schnell in den Arbeitsablauf integriert werden und für Sie produktiv arbeiten könnte."

Darstellung der eigenen Fähigkeiten, Kenntnisse und Eigenschaften für ein Praktikum

Der Arbeitgeber möchte in Ihrer Praktikumsbewerbung darüber informiert werden, welche Fähigkeiten, Kenntnisse und Eigenschaften Sie besitzen. Folgende Fehler machen viele Bewerber bei der Darstellung ihrer eigenen Fähigkeiten, Kenntnisse und Eigenschaften besonders häufig:

  • Bloße Aufzählung.
  • Keine Unterscheidbarkeit zu anderen Bewerbern.
  • Unzureichende Darstellung des Nutzens.
  • Fehlende Beispiele.

So mag eine reine Aufzählung von Fähigkeiten, Kenntnissen oder Eigenschaften zwar auf den ersten Blick sehr sinnvoll erscheinen, aber schon der zweite Blick auf den formulierten Satz sollte klar machen, dass eine Aufzählung eine reine Behauptung ist, die für den Leser der Bewerbung nicht nachvollziehbar bleibt. Außerdem sollten Sie als Bewerber um ein Praktikum darüber nachdenken, ob Sie sich durch die im Anschreiben aufgeführten Fähigkeiten, Kenntnisse oder Eigenschaften ausreichend von anderen Bewerbern unterscheiden. Denn in vielen Bewerbungen stehen immer wieder dieselben Wörter, zum Beispiel: flexibel, teamfähig, kommunikativ, gute Englischkenntnisse, gute Office-Kenntnisse usw.

Deshalb sollten Sie ausführlich darüber nachdenken, welche außergewöhnlichen Fähigkeiten, Kenntnisse oder Eigenschaften Sie ganz besonders auszeichnen, um sie dann im Anschreiben fürs Praktikum aufzuführen. Denn nur eine Praktikumsbewerbung mit Argumenten und Individualität überzeugt. Deshalb sollten Sie nicht der Versuchung erliegen, zur Zeitersparnis einfach allgemeine Musterbewerbungen zu verschicken.

Um Ihrer Bewerbung ausreichend Individualität zu verleihen, verbinden Sie Ihre Fähigkeiten, Kenntnisse oder Eigenschaften am besten mit einem Nutzen für den potentiellen Arbeitgeber. Es reicht also nicht aus, einfach nur zu schreiben, dass man beispielsweise teamfähig sei. Besser sind dann Formulierungen mit einem Nutzen; folgend am Beispiel der Teamfähigkeit erläutert:

"Durch meine schon oft bewiesene ausgezeichnete Teamfähigkeit bin ich jederzeit in der Lage, konstruktive Kritik in die eigene Tätigkeit einfließen zu lassen, um im Team ein gemeinsames Ziel zu erreichen."

"Meine gute Teamfähigkeit hilft mir auch in arbeitsreichen und stressigen Situationen dabei, einen Beitrag zum positiven Betriebsklima zu leisten."

Eine weitere Möglichkeit, um die Bewerbung für ein Praktikum individueller zu gestalten, besteht darin, Fähigkeiten, Kenntnisse oder Eigenschaften anhand von Beispielen zu erläutern:

"Durch mein Fußballtraining und die Meisterschaftsspiele habe ich gelernt, mich gemeinsam mit anderen Menschen auf ein Ziel gewissenhaft vorzubereiten und Verantwortung für die Mitspieler sowie für den Verein bzw. für die Spielmaterialien zu übernehmen. Die durch den Fußball erlernten Eigenschaften möchte ich nun auch beruflich einsetzen."

"Da wir in der Schule häufig berufsspezifische Aufgaben in Gruppen bearbeiten, bin ich es gewohnt, mich mit Ideen und Einwänden von anderen auszusetzen und gemeinsam konstruktiv an der Lösung von Aufgaben zu arbeiten."

Darstellung der fachlichen Ziele in der Bewerbung für ein Praktikum

Außerdem macht es einen guten Eindruck, wenn Sie sich im Anschreiben schon mit der fachlichen Seite des Praktikums auseinandersetzen, indem Sie beispielsweise auf gewünschte Praktikumsinhalte eingehen. So machen Sie deutlich, dass Sie nicht nur kopieren oder Akten ordnen wollen, sondern ganz konkrete Vorstellungen davon haben, was Sie mit einem Praktikum erreichen wollen. Ein Beispiel für diesen Bereich des Anschreibens finden Sie im Folgenden:

"Da ich gute Noten in den Naturwissenschaften vorweisen kann und den Beruf des Chemielaboranten anstrebe, möchte ich in einem zweiwöchigen Schülerpraktikum mein Chemiewissen erweitern und bei Experimenten im Labor mitwirken. Dadurch erhoffe ich mir weitere wichtige Einblicke in den Berufsalltag aus nächster Nähe, so dass sich mein Berufswunsch als richtige Wahl erweist.

Muster für die Praktikumsbewerbung

Im Folgenden finden Sie ein paar Beispiele für eine Praktikumsbewerbung. Achten Sie allerdings darauf, die Musterbewerbungen nicht einfach zu übernehmen, sondern an Ihre individuelle persönliche, schulische und berufliche Situation anzupassen.


 
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