Abgebrochene Ausbildung im Lebenslauf angeben: 7 Strategien

Ein Ausbildungsabbruch kann Auswirkungen auf deinen weiteren Werdegang haben. Deshalb ist die optimale Darstellung deines Ausbildungsabbruchs im Lebenslauf besonders wichtig. In diesem Artikel stellen wir dir 7 Bewerbungsstrategien vor, wie du deine abgebrochene Ausbildung in deiner Bewerbung angibst und worauf du unbedingt achten musst.

<strong>Das Wichtigste zum Ausbildungsabbruch im Lebenslauf in Kürze</strong>
  • Dir stehen 7 Bewerbungsstrategien zum Umgang mit deinem Ausbildungsabbruch zu Verfügung.
  • Auf deine abgebrochene Ausbildung kannst du im Lebenslauf kurz hinweisen: zum Beispiel mit „ohne Abschluss“ oder „Abbruch aus gesundheitlichen Gründen“.
  • Wenn deine Ausbildung länger dauerte, dann gib zusätzliche Informationen in deinem Lebenslaufeintrag an, vor allem deine hauptsächlichen Aufgaben.
  • Verschweige deinen Ausbildungsabbruch nicht im Lebenslauf.
  • Du kannst deine abgebrochene Ausbildung auch obendrein kurz und knapp im Anschreiben thematisieren.

So gehst du mit deiner abgebrochenen Ausbildung im Lebenslauf um: 7 Strategien!

Die optimale Darstellung deines Ausbildungsabbruchs hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel:

  • Ob es sich um eine betriebliche oder rein schulische Ausbildung handelte.
  • Wie lange die Ausbildung insgesamt dauerte.
  • Wie lange die Ausbildung und der Ausbildungsabbruch her sind.
  • Wie viele Ausbildungsabbrüche und eventuell Schul- und Studienabbrüche du insgesamt vorzuweisen hast.
  • Welche Bildungsgänge du erfolgreich abgeschlossen hast.
  • Welche sonstigen Berufserfahrungen du besitzt.
  • Um welche Stelle bzw. welchen Bildungsgang du dich bewerben willst.

Folgende 7 Bewerbungsstrategien hast du, um deine abgebrochene Ausbildung im Lebenslauf darzustellen.

#1 Abgebrochene Ausbildung neutral im Lebenslauf angeben

Als erste Bewerbungsstrategie bieten es sich an, die abgebrochene Ausbildung völlig neutral im Lebenslauf anzugeben. Generell erfolgt auch die Angabe einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung ohne Abschluss im Lebenslauf in der Hauptrubrik  „Bildungsweg“ bzw. „Ausbildung Studium“.

Du gibst in einem zweispaltigen Lebenslauf in Tabellenform den Zeitraum der abgebrochenen Ausbildung in der linken Spalte an. In der rechten Spalte folgen dann die Ausbildungsbezeichnung und bei betrieblichen Ausbildungen der Ausbildungsbetrieb mit Ort bzw. bei schulischen Ausbildungen der Schulname mit Ort.


Bildungsweg


In den meisten Fällen ist aufgrund der Angabe des kurzen Zeitraumes der Ausbildung im Lebenslauf ersichtlich, dass du eine Ausbildung nicht erfolgreich abgeschlossen hast.

Außerdem schickst du bei einer nicht erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung schließlich auch kein Ausbildungszeugnis in deinen Bewerbungsunterlagen mit. Für einen Personaler ist dann normalerweise eindeutig, dass du deine Ausbildung nicht erfolgreich abgeschlossen hast.

Diese Bewerbungsstrategie eignet sich vor allem bei kürzeren Ausbildungszeiten und wenn du auch anderen Ausbildungen oder Studiengänge erfolgreich abschließen konntest.

#2 „Kein Abschluss“ bei Ausbildungsangabe im Lebenslauf formulieren

Insbesondere wenn du eine Ausbildungsdauer angibst, in der du deine Ausbildung theoretisch auch erfolgreich hättest abschließen können, solltest du noch genauere Informationen geben.

Daher ist es bei einer längeren Ausbildungszeit sinnvoll, wenn du mit „kein Abschluss“ oder „ohne Abschluss“ in Klammern bei deinem Ausbildungseintrag für Klarheit sorgst. So erweckst du nicht den Eindruck, als hättest du einen Ausbildungsabschluss erworben.


Bildungsweg


Diese Vorgehensweise bieten sich bei längeren Ausbildungszeiten an. Außerdem ist sie angebracht, wenn du einen Neigungs- und Fachrichtungswechsel vornimmst und deine berufliche Zukunft fachlich nichts mit der abgebrochenen Ausbildung zu tun hat.

#3 Grund für Ausbildungsabbruch im Lebenslauf erwähnen

Die Gründe für einen Ausbildungsabbruch sind vielfältig: familiäre, finanzielle, ausbildungsinterne, gesundheitliche, leistungstechnische. Oftmals ist es auch eine Kombination verschiedener Gründe.

Daher kannst du im Lebenslauf als Alternative auch noch kurz einen nachvollziehbaren Grund für deinen Ausbildungsabbruch nennen (zum Beispiel „Abbruch aus finanziellen Gründen“).

So erhalten die Lebenslaufleser einen ersten Einblick in die Gründe des Ausbildungsabbruchs. Für einige Personaler ist das wichtig, um die Bewerbungsmotivation des Bewerbers besser einschätzen zu können.


Bildungsweg


Du solltest aber nicht deine eigene mangelnde Leistungsfähigkeit oder schlechte Noten als Grund nennen oder die Schuld dem Ausbildungsbetrieb zuschieben. Falls dies der wahre Abbruchgrund ist, konzentriere dich besser auf eine andere Bewerbungsstrategie.

#4 Lebenslaufeintrag zur Ausbildung mit Zusatzinfos anreichern

Bei einer sehr langen Ausbildungsdauer gibst du auch noch zusätzliche Informationen an, denn du hast während deiner Ausbildungszeit etwas geleistet. Bei einer betrieblichen Ausbildung sind das deine hauptsächlich durchgeführten Tätigkeiten. Bei einer schulischen Ausbildung kannst du Schulfächer und Schwerpunkte angeben.

Im Folgenden siehst du einen beispielhaften Lebenslaufeintrag:


Bildungsweg


Diese inhaltliche Ergänzung ist umso wichtiger, je länger deine Ausbildung dauerte. Wenn du in der gleichen Fachrichtung einen neuen Bildungsgang oder neuen Job anstrebst, dann kannst du neben deinen Hauptaufgaben oder Schulfächern auch noch Ausbildungsnoten, Prüfungen, praktische Arbeiten oder Projekte angeben. So wirkst du auch als Ausbildungsabbrecher kompetent.

#5 Abgebrochene Ausbildung verschweigen

Im Grunde gibt es zwei Bewerbungssituationen, in denen du deine abgebrochene Ausbildung im Lebenslauf weglassen kannst: bei einer sehr kurzen Ausbildungsdauer und wenn der Ausbildungsabbruch sehr lange zurückliegt.

Wenn du beispielsweise nach dem Schulabschluss im August eine Ausbildung angefangen und ein paar Wochen später wieder abgebrochen hast, um im Oktober ein Studium zu beginnen, dann könntest du diese kurze Ausbildung ausnahmsweise aus dem Lebenslauf weglassen. Da du in dieser Bewerbungssituation aber nahtlos einen anderen Bildungsweg eingeschlagen hast, wäre die kurze Ausbildung für die meisten Arbeitgeber aber sowieso kein großes Problem.

Eine andere Bewerbungssituation tritt dann auf, wenn dein Ausbildungsabbruch schon sehr lange zurückliegt und du mittlerweile andere erfolgreiche Bildungswege und relevante Berufserfahrungen vorweisen kannst.

Einerseits spielt nach 10, 15 oder 20 Jahren eine abgebrochene Ausbildung keine große Rolle mehr; anderseits wollen Bewerber so einen negativen Aspekt nicht mehr in ihrem Lebenslauf haben. Ein Verschweigen wäre dann eine Option, die du nicht nutzen musst. Denn dadurch entsteht eine Lücke im Lebenslauf, die du keinesfalls mit Unwahrheiten füllen solltest.

Es ist nicht so einfach, sich in jungen Jahren nach der Schule zu entscheiden, was man die nächsten Jahrzehnte beruflich machen will. Ein guter Arbeitgeber hat für einen Ausbildungsabbruch durchaus Verständnis. Wofür er allerdings kein Verständnis hätte, wären Unwahrheiten und Unklarheiten. Also starte ein Beschäftigungsverhältnis am besten nicht mit einem Lügenkonstrukt.

#6 Ausbildungsabbruch im Anschreiben formulieren

Außerdem kannst du Angaben zum Ausbildungsabbruch im Lebenslauf und im Anschreiben miteinander kombinieren. So könntest du den Zusatz „ohne Abschluss“ oder den genauen Grund im Lebenslauf weglassen und im Anschreiben näher auf deinen Ausbildungsabbruch oder Ausbildungswechsel eingehen.

Die Formulierung sollte insgesamt kurz und knapp gehalten sein und nicht unbedingt in der Einleitung des Anschreibens stehen. Denn auch im Bewerbungsschreiben ist nicht ausreichend Platz für lange Begründungen. Hebe gegebenenfalls das Positive hervor, nenne deinen Neigungswechsel und stelle deine Bewerbungsmotivation dar. Für weitere Tipps zur Formulierung des Ausbildungsabbruchs lies dir bitte den verlinkten Artikel durch.

Eine Formulierung im Anschreiben ist immer dann angebracht, wenn du dich „frisch“ nach einem Ausbildungsabbruch bewirbst. Wenn deine abgebrochene Ausbildung dagegen schon länger zurückliegt, dann solltest du darauf nicht näher im Anschreiben eingehen.

#7 Auf einer 3. Seite die abgebrochene Ausbildung erklären

Einige Bewerber nutzen auch die Möglichkeit einer zusätzlichen 3.Seite, um einen Ausbildungsabbruch zu thematisieren. Diese Bewerbungsstrategie kann auch immer zusätzlich zu den Angaben im Lebenslauf vorgenommen werden.

Allerdings ist diese Vorgehensweise in den seltensten Fällen sinnvoll, weil die meisten Bewerber an der Formulierung für eine überzeugende Dritte Seite scheitern. Viele Bewerber benutzen die 3. Seite nämlich oft als eine Art Entschuldigungsschreiben.

Aber den Arbeitgeber interessiert mehr deine Motivation FÜR die neue Ausbildung oder FÜR den neuen Job. Welche Fähigkeiten, Kenntnisse und vielleicht schon Qualifikationen du dafür mitbringst, kommen in den Lebenslauf und ins Bewerbungsschreiben.

In Kürze: Fragen und Antworten zum Studienabbruch im Lebenslauf

Wie abgebrochene Ausbildung mit kurzer Dauer im Lebenslauf angeben?

Es ist kein Beinbruch, wenn dir schon nach ein paar Tagen oder Wochen bewusst wurde, dass eine begonnene Ausbildung doch nicht zu deinen Fähigkeiten und beruflichen Vorstellungen passt oder du dich grundsätzlich für einen anderen Bildungsweg entschieden hast.

Bei einer sehr kurzen Ausbildungsdauer von ein paar Tagen oder Wochen stehen dir folgenden Möglichkeiten zur Darstellung des Ausbildungsabbruchs im Lebenslauf zur Verfügung: abgebrochene Ausbildung unter „Bildungsweg“ angeben (eventuell mit Zusatz „ohne Abschluss“) oder abgebrochene Ausbildung weglassen.

Wie abgebrochene Ausbildung mit langer Dauer im Lebenslauf erklären?

Gerade wenn du eine Ausbildung erst zum Ende der Ausbildungszeit abgebrochen hast, dann hast du dir trotzdem viel Fachwissen angeeignet und Berufserfahrung gesammelt. Ungeachtet der Abbruchgründe solltest du die abgebrochene Ausbildung dann im Lebenslauf keinesfalls unter den Tisch fallenlassen. Denn so würde eine Lücke entstehen, die viel weniger wertvoll als eine abgebrochene Ausbildung ist.

Die Ausbildung gibst du zusammen mit Zeitraum, Ausbildungsname und Ausbildungsbetrieb oder Schulname an. Darüber hinaus ist der Zusatz „ohne Abschluss“ hinter dem Ausbildungsnamen sinnvoll. Außerdem hat es sich als erfolgsversprechend erwiesen, wenn du zu deiner Ausbildung auch deine hauptsächlich durchgeführten Aufgaben oder Schulfächern bzw. Schwerpunkten als Zusatzinfos angibst.

Wie mehrere Ausbildungsabbrüche im Lebenslauf erwähnen?

Die optimale Darstellung von mehreren Ausbildungsabbrüchen im Lebenslauf hängt insgesamt stark vom Einzelfall ab. Dabei ist entscheidend, wie lange die Ausbildungen jeweils dauerten, wie die Ausbildungen inhaltlich zusammenhängen und ob der Bewerber eine Ausbildung oder einen Studiengang auch erfolgreich beendet hat.

Unter Umständen kannst du abgebrochene Ausbildungen mit sehr kurzen Ausbildungszeiten von ein paar Tagen im Lebenslauf auch weglassen. Bei längeren Ausbildungszeiten solltest du die jeweiligen Ausbildungen auch im Lebenslauf angeben.

Schlussgedanken zur abgebrochenen Ausbildung im Lebenslauf

Gerade junge Menschen befinden sich noch in der beruflichen Orientierung, sodass Ausbildungsabbrüche keinesfalls ein K.O.-Kriterium für zukünftige Bewerbungen sind. Problematisch sind eher die Zeiten der Arbeitssuche, die oftmals einem Ausbildungsabbruch folgen.

Daher versuche nach einem Ausbildungsabbruch immer so viele praktische Erfahrungen wie möglich zu sammeln, im Idealfall in deiner gewünschten fachlichen Richtung. Kritisch sind auch die Lücken im Lebenslauf, die aufgrund eines Verschweigens der abgebrochenen Ausbildung entstehen. Auf keinen Fall solltest du Sachverhalte anstelle einer abgebrochenen Ausbildung erfinden.

Wenn die abgebrochene Ausbildung schon länger zurückliegt, dann ist dies selten der einzige Lebenslaufeintrag. Gerade wenn du andere Ausbildungen und Studienfächer erfolgreich abgeschlossen hast oder sonstige Berufserfahrungen besitzt, dann spielen diese Lebenslaufangaben die größere Rolle.

Daher überlege bei der individuellen Lebenslaufgestaltung immer, welche Berufserfahrungen, Kenntnisse, Qualifikationen und Fähigkeiten du noch vorzuweisen hast und in den Vordergrund rücken kannst. So kannst du vorherigen Ausbildungen, Stellen und Praktika sowie Sprach- und EDV-Kenntnissen optisch und inhaltlich mehr Platz einräumen, sodass die abgebrochene Ausbildung nicht im Vordergrund steht.

Falls du noch weitere Fragen zur optimalen Darstellung deiner abgebrochenen Ausbildung im Lebenslauf hast, dann schreibe hier doch einen Kommentar oder einen Beitrag im Bewerbungsforum.

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