Dankschreiben nach Vorstellungsgespräch sinnvoll: ja oder nein?

Mit der Absolvierung eines Vorstellungsgesprächs, Telefoninterviews oder Online-Vorstellungsgesprächs hast du eine wichtige Hürde übersprungen. Viele Bewerber sind froh, dass das Vorstellungsgespräch „überstanden“ ist; egal ob sie danach ein gutes oder schlechtes Gefühl haben. Wenn sich deine erste Aufregung gelegt hat, solltest du in der Nachbereitung das Vorstellungsgespräch noch einmal reflektieren:

  • was hat dir gut gefallen,
  • was hat dir nicht gefallen,
  • konntest du alle wichtigen Themen ansprechen,
  • wie schätzt du dein Auftreten ein und
  • willst du die Stelle überhaupt antreten?

Je nachdem, wie du darüber denkst, kannst du mit einem Dankschreiben per E-Mail oder Post nach dem Vorstellungsgespräch deine Chancen auf eine Einstellung erhöhen. Aber auch nach einer Absage durch den Arbeitgeber kann ein Dankesschreiben sinnvoll sein, um einen guten Eindruck beispielsweise für zukünftige Vakanzen zu hinterlassen. Hier geht es direkt zu einem Muster für ein Dankschreiben.

Wann Dankschreiben nach Vorstellungsgespräch formulieren?

Ein Dankschreiben ist keine Pflicht, aber in den meisten Bewerbungssituationen sinnvoll. Nur wenn du nach einem Vorstellungsgespräch feststellst, dass du bei einem Arbeitgeber überhaupt nicht arbeiten möchtest, dann brauchst du auch kein Dankesbrief zu formulieren. In diesem Fall ziehst du deine Bewerbung höflich zurück. In folgenden Bewerbungssituationen dagegen ist ein Dankschreiben sinnvoll.

➤ #1 Wenn du gerne beim Arbeitgeber arbeiten möchtest

Ein Dankschreiben ist vor allem bei solchen Arbeitgebern sinnvoll, von denen du überzeugt bist und bei denen du gerne arbeiten möchtest. Bei deiner Entscheidung solltest du einerseits deinem Bauchgefühl vertrauen, aber auch das Bewerbungsverfahren, die Stelle, den Arbeitgeber und das Vorstellungsgespräch analysieren. Bei einer eindeutigen Entscheidung formulierst du ganz eindeutig: Ja, ich will!

Dein Dankesschreiben kannst du per E-Mail oder Post innerhalb von drei Tagen verschicken. Es sollte im Einklang mit deiner bisherigen Kommunikation mit dem Arbeitgeber stehen.

➤ #2 Fragen aus dem Vorstellungsgespräch beantworten

Manchmal traten im Verlauf des Vorstellungsgesprächs Fragen auf, die du nicht sofort abschließend beantworten konntest. Dann kannst du diese Fragen im Dankschreiben durchaus wieder kurz aufgreifen und beantworten.

➤ #3 Aussagen korrigieren

Außerdem kannst du im Vorstellungsgespräch getätigte Aussagen korrigieren oder ergänzen, zum Beispiel zu genannten Qualifikationen oder Gehaltsvorstellungen. Auch dafür ist im Dankesschreiben Platz.

➤ #4 Weitere Informationen und Nachweise zuschicken

Sofern du im Vorstellungsgespräch vereinbart hast, weitere Informationen oder Nachweise zu senden, kannst du dies auch mit einem Dankesbrief verbinden, wenn dir das Vorstellungsgespräch gefallen hat.

➤ #5 Bei Bitte um Rückmeldung

Am Ende eines Vorstellungsgesprächs wirst du manchmal auch darum gebeten, zeitnah eine Rückmeldung zu geben. Dann bleibst du mit einem Dankschreiben mit dem Arbeitgeber in Kontakt. Du solltest allerdings nicht nur einen kurzen Absatz schreiben.

Stattdessen gehst du darauf ein, was dir im Vorstellungsgespräch gefallen hat. Außerdem kannst du auch noch einmal angeben, warum du für die Stelle geeignet bist. Lasse dich aber bei einer Bitte um Rückmeldung nicht dazu drängen, gleich eine Zusage zu geben. Denn du hast schließlich auch mehrere heiße Eisen im Feuer.

➤ #6 Dankschreiben nach Absage

Du musst dich in einem Dankesbrief natürlich nicht für die Absage bedanken. Die Absage kannst du sogar bedauern. Aber du kannst dich für das Bewerbungsverfahren, das Interesse an deiner Person und den professionellen Umgang mit dir bedanken. Denn schließlich sieht man sich immer zweimal im Leben.

Außerdem hinterlässt du einen positiven letzten Eindruck, wenn du noch einmal schreibst, was dir am Arbeitgeber und an der Stelle gefallen hat. Wichtig ist nach einer Absage auch deine Mitteilung, ob du in die interne Bewerberdatenbank aufgenommen werden willst. Damit kann der Arbeitgeber später bei offenen Stellen auf dich zukommen.

Der Aufwand für so ein individuelles Dankesschreiben kann sich schon nach kurzer Zeit auszahlen. Denn manchmal springt die Wunschkandidatin für die Stelle kurzfristig ab oder es erfolgt eine Kündigung in der Probezeit. Dein freundliches Dankschreiben ist dein Fuß in der Tür, sodass du in solchen Fällen wahrscheinlicher vom Arbeitgeber kontaktiert wirst.

Tipps zum Dankschreiben nach Bewerbungsgespräch in Kürze

➤ Bedankt man sich für ein Vorstellungsgespräch?

Es ist durchaus üblich, dass Bewerber ihren Dank für ein Vorstellungsgespräch aussprechen. So hinterlässt du einen weiteren positiven Eindruck. Nur wenn dir ein Arbeitgeber nicht gefällt, brauchst du dich auch nicht zu bedanken. Dein Dankeschön sollte immer ehrlich gemeint und individuell formuliert sein.

➤ Wie bedanke ich mich für ein Vorstellungsgespräch?

Am besten schreibst du ein Dankschreiben per E-Mail oder Post, welches du innerhalb von drei Tagen nach dem Vorstellungsgespräch verschickst. Neben dem Dankeschön kannst du auch Themen aus dem Vorstellungsgespräch kurz aufgreifen und einzelne Antworten noch einmal präzisieren. Arbeite heraus, was dir an der Stelle und dem Arbeitgeber gefällt.

➤ An wen Dankschreiben schicken?

Das Dankschreiben richtest du an die Personen, die das Vorstellungsgespräch, Telefoninterview oder Assessment-Center durchgeführt haben. Bei mehreren Personen kannst du deinen Dank auch an bis zu drei namentlich genannte Personen richten. Bei noch mehr Personen solltest du mindestens eine Person in Anrede namentlich ansprechen: “Sehr geehrte Frau Baumann, sehr geehrte Damen und Herren”.

➤ Wann Dankschreiben nach Vorstellungsgespräch verschicken?

Versende dein Dankesschreiben innerhalb von drei Tagen nach dem Vorstellungsgespräch. Dann kannst du gut auf konkrete Gesprächsinhalte über die Anforderungen und Aufgaben der Stelle sowie über den Arbeitgeber eingehen.

➤ Wie lang darf Dankschreiben sein?

Ein Dankesschreiben kann unter Umständen sehr lang werden. Deshalb achte darauf, dass du die Länge einer DIN-A4-Seite nicht überschreitest. Denn wenn du noch zu viele offene Fragen hast und zu viele Informationen weitergeben willst, dann hast du unter Umständen das Vorstellungsgespräch nicht optimal genutzt. Dementsprechend wäre es in diesem Fall besser, die offenen Fragen in einem Telefonat oder in einem zweiten Vorstellungsgespräch zu klären.

➤ Wie Betreff für Dankschreiben formulieren?

Mache es nicht komplizierter, als es ist. Schreibe beispielsweise “Unser Vorstellungsgespräch am 11.12. für Stelle als Bäckerin” oder ähnliche Formulierungen. Die Empfängerin sollte sofort erkennen, worum es geht und worauf sich das Schreiben bezieht.

➤ Was im Dankschreiben nach einem Vorstellungsgespräch schreiben?

Du bedankst dich natürlich in einem Dankschreiben für das Vorstellungsgespräch, Assessment-Center, Telefoninterview usw. Arbeite heraus, was dir besonders gefallen hat und warum du für die Stelle geeignet bist. Je nach deiner Bewerbungssituation kannst du noch weitere Informationen hinzufügen: Ergänzungen, Präzisierungen oder Korrekturen deiner Antworten aus dem gemeinsamen Gespräch.

Abschließend kannst du klar und deutlich formulieren, dass du gerne für diesen Arbeitgeber arbeiten möchtest. Damit liegt der Ball im Spielfeld des Arbeitgebers. Gegebenenfalls nennst du bei Bedarf auch noch Aussagen zum Einstellungstermin und zu deinen Gehaltsvorstellungen.

Muster für Dankschreiben nach Vorstellungsgespräch

Achte in einem Dankschreiben immer darauf, dass du nicht nur deinen Dank aussprichst. Deine Formulierungen sollten stattdessen verschiedene Aspekte des Vorstellungsgesprächs aufgreifen. Ein Muster für ein Dankesschreiben per Brief oder E-Mail nach einem Vorstellungsgespräch kann beispielsweise folgendermaßen aussehen:

„Sehr geehrte Frau Schulze, sehr geehrter Herr Bauer,

vielen Dank noch einmal für die angenehme und konstruktive Gesprächsatmosphäre bei meinem Vorstellungsgespräch mit Ihnen. Ich habe mich sehr wohlgefühlt. Besonders ansprechend fand ich es, dass Sie mir als Bewerber auf Augenhöhe begegnet sind und es um den professionellen Austausch der persönlichen und beruflichen Vorstellungen ging.

Der ausführliche Einblick in das Betriebsklima und in den Produktionsablauf Ihrer Firma bestärkt mich in meinem Wunsch, bei Ihnen tätig zu werden. Meine Berufserfahrungen als Industriemechaniker und meine Weiterbildungen sind eine gute Grundlage, um die von Ihnen genannten Aufgaben zu Ihrer vollsten Zufriedenheit durchzuführen.

Sehr gerne möchte im Entwicklungsbereich Ihrer Firma tätig werden. Sie haben mich vom Aufgabenbereich und von den Aufstiegsmöglichkeiten voll und ganz überzeugt. Denn es reizt mich sehr, nicht nur die Reparatur und Wartung von Maschinen zu übernehmen, sondern in Teamarbeit auch die Konstruktion und das Testen.

Da ich gegenwärtig in keinem Beschäftigungsverhältnis stehe, kann ich bei Ihnen jederzeit beginnen und flexibel eingesetzt werden. Mit den besprochenen Konditionen bin ich einverstanden.

Ich freue mich auf eine positive Antwort von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen“

Schlussbemerkung zum Dankschreiben nach Vorstellungsgespräch

Dein Dankesschreiben muss so individuell wie möglich gestaltet werden. Denn nur wenn du es einzig und allein an einen speziellen Arbeitgeber verschicken kannst, dann ist es auch aussagekräftig und damit überzeugend. Es ist daher besonders wichtig, dir noch einmal das Vorstellungsgespräch in Erinnerung zu rufen.

Deine schriftliche Nachbereitung hilft dir dabei enorm. Was hat dir beim Vorstellungsgespräch besonders gefallen? Was haben dir die Gesprächspartner über die Aufgaben und die Anforderungen berichtet? Welche Qualifikationen, Kenntnisse und Berufserfahrungen passen zur Stelle?

Wenn du weißt, was dir am Arbeitgeber, an der Stelle und am Vorstellungsgespräch gefallen hat, dann kannst du dies im Dankschreiben aufgreifen. Neben deinem Dank kannst du noch weitere zusätzliche Informationen geben, die für den Arbeitgeber wichtig sein könnten.

Mit einem freundlichen Dankschreiben hinterlässt du einen positiven Eindruck. Damit erhöhst du deine Chancen: entweder auf eine Einstellung oder im weiteren Verlauf Bewerbungsprozesses, zum Beispiel in Form eines zweiten Vorstellungsgesprächs.

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