Sprachkenntnisse wo und wie ausführlich im Lebenslauf angeben?

Sprachkenntnisse sind heutzutage in vielen Berufen unabdingbar. Der Arbeitgeber möchte daher über Ihre Sprachkenntnisse informiert werden. Zum einen können Sie Ihre Sprachkenntnisse im Anschreiben, beispielsweise verbunden mit dem Nutzen für den Arbeitgeber, angeben und zum anderen sollten Sie Ihre Sprachkenntnisse auch immer im Lebenslauf nennen.

Bei der Angabe der Sprachkenntnisse im Lebenslauf sollten Sie weder prahlen noch Ihre Sprachkenntnisse unter den Scheffel stellen. Inwieweit Sie im ausgeschriebenen Job Sprachen benötigen und dementsprechend in der Bewerbung hervorheben müssen, ergibt sich aus der jeweiligen Stellenausschreibung. So sollte eine Fremdsprachenkorrespondentin mit verhandlungssicheren Englischkenntnissen auch ein Vorstellungsgespräch auf Englisch führen können. Bei einem Handwerker in einem kleinen lokalen Betrieb sind Englischkenntnisse dagegen grundsätzlich weniger einstellungsrelevant.

Angabe des Sprachniveaus zur besseren Einschätzung

Die Angabe der Sprachkenntnisse im Lebenslauf erfolgt dabei nicht mit der Dauer des Erlernens einer Sprache, sondern vor allem mit der Angabe des Sprachniveaus, also des Levels für die jeweiligen Fremdsprachenkenntnisse.

Sie geben dann einfach die Sprache und in Klammern das jeweilige Sprachniveau (Level) an. Die Ergänzung der Angaben durch die Nennung von Sprachzertifikaten und Sprachkursen ist sehr sinnvoll.

Außerdem können die Sprachkenntnisse unter verschiedenen Rubriken eingegliedert werden. Wenn Sie über vielfältige Sprachkenntnisse verfügen und diese Sprachkenntnisse mit einem höheren Level bei der angestrebten Tätigkeit auch benötigt werden, dann ist es ratsam, diese Sprachkenntnisse in einer eigenen Rubrik im Lebenslauf anzugeben.

Sprachkenntnisse

Englischverhandlungssicher, C1
Französischfließend in Wort und Schrift, B2
SpanischGrundkenntnisse, A2

Wenn Sie die Sprachkenntnisse weniger prominent hervorheben wollen, weil beispielsweise die Sprachkenntnisse im angestrebten Job auf einem höheren Level nicht die große Rolle spielen, dann ordnen Sie Ihre Sprachkenntnisse in eine übergeordnete Rubrik ein, die noch weitere Kenntnisse, Erfahrungen und Qualifikationen enthält, die Sie als in etwa gleichrangig betrachten. Aber auch hier sollte die Angabe der Sprachkenntnisse mit der Einschätzung des Sprachniveaus bzw. Levels erfolgen:

Kenntnisse und Fähigkeiten

PC-KenntnisseMS Office Professional (sehr gut), Stenografiekenntnisse (sehr gut)
SprachkenntnisseEnglisch (verhandlungssicher, C1), Französisch (fließend in Wort und Schrift, B2)
FührerscheinKlasse B

Alternative Bezeichnungen für „Kenntnisse und Fähigkeiten“ können sein: „Besondere Kenntnisse“, „Fähigkeiten“, „Kenntnisse“ oder „Zusatzqualifikationen“.

Wenn Sie einen Sprachkurs belegt, im Ausland Ihre Sprachkenntnisse gefestigt und vertieft haben oder über ein Sprachzertifikat verfügen, dann können Sie diese Aktivitäten auch im Lebenslauf angeben, zum Beispiel in einer Rubrik „Berufliche Weiterbildung“:

Berufliche Weiterbildung

08/2018Englisch-Zertifikat: „Cambridge English: Business Higher“
07/2018Business-Englisch-Intensivkurs in London

„Wie gut sind meine Sprachkenntnisse?“ – Levels der Sprachkenntnisse im Lebenslauf

Früher wurden die Sprachkenntnisse im Lebenslauf in Jahren ausgedrückt, womit die Dauer des jeweiligen Sprachunterrichts gemeint war. Diese Angabe ist heute nicht mehr üblich, da damit keine Aussage über das jeweilige Level getroffen wird. Das Sprachniveau in einer Sprache kann durch Abstufungen vorgenommen werden. Eine weit verbreitete Abstufung des Sprachniveaus sieht folgendermaßen aus:

  • Muttersprache
  • Verhandlungssicher (sehr gut)
  • Fließend
  • Gut
  • Schul- bzw. Grundkenntnisse

Darüber hinaus gibt es in den Zeiten des Zusammenwachsens von der EU eine Richtlinie zur Bestimmung des Sprachniveaus. Dabei werden sechs Levels (Kompetenzstufen) unterschieden:

  • A1: Einfache Unterhaltungen, Grundkenntnisse aus der Schule
  • A2: Teilnahme an einfachen belanglosen Gesprächen möglich
  • B1: Teilnahme am täglichen Leben möglich, einkaufen, gehobenere Konversationen
  • B2: Auch komplexe Sachverhalte können erfasst und diskutiert werden
  • C1: Anspruchsvolle Literatur bereitet keine Probleme, Konversation mit Muttersprachlern ist auf allen Gebieten möglich, Phrasen und Redewendungen gehören zum Standard
  • C2: Konversation mit Muttersprachlern ist auf allen gehobenen Gebieten möglich, Sprache bereitet keinerlei Probleme, selbst Doktorarbeiten kann man schreiben

Weitere Informationen zum Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen:

Die Level A, B und C entsprechen hierbei in etwa den Formulierungen „Grundkenntnisse“, „gute Kenntnisse“ oder „verhandlungssichere Kenntnisse“ (sehr gut). Toppen können Sie die jeweiligen Formulierungen dann noch mit „… in Wort und Schrift“.

Dabei dürfen Sie durchaus selbstbewusst vorgehen, sich aber selbst realistisch einschätzen. Es nützt Ihnen nichts, in einem Unternehmen zu arbeiten, in der täglich fachliche Meetings auf Spanisch abgehalten werden, wenn Sie nur einfache spanische Schulkenntnisse haben.

Sprachzertifikate haben nur eine Gültigkeit von wenigen Jahren und kosten einige hundert Euro. Wenn Sie über solche Sprachzertifikate verfügen, dann geben Sie diese an und legen Sie den Anlagen eine Kopie bei.

Einstufungstests für Englisch und weitere Fremdsprachen

Falls Sie das Sprachlevel Ihrer Englisch- bzw. weiteren Fremdsprachenkenntnisse nicht genau einschätzen können, geben Ihnen Einstufungstests im Internet einen ersten Anhaltspunkt. Hier können Sie Ihr Englisch-Sprachniveau durch Einstufungstests selbst beurteilen (externe Links):

Einstufungstests für weitere Fremdsprachen (externe Links):

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