Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch ist die Möglichkeit, sich als Persönlichkeit zu präsentieren. Leider wird bei vielen Bewerbern im Vorstellungsgespräch aber schnell deutlich, dass im Anschreiben aufgeführte Eigenschaften doch nicht so umfassend vorhanden sind. Da Sie im Vorstellungsgespräch überzeugen wollen, ist es ratsam, sich gewissenhaft sowie zielgerichtet vorzubereiten und eine Bestandsaufnahme Ihrer beruflichen und persönlichen Situation sowie Ihrer Motivation und beruflichen Ziele zu machen. Dies sollte im Rahmen einer Selbstanalyse bzw. Stärken- und Schwächenanalyse stattfinden.

Neben der Selbstanalyse gehören folgenden Elemente zur Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch:

  • Informieren Sie sich anhand verschiedener Quellen umfassend über das Thema Vorstellungsgespräch. Dabei hilft es auch, sich vergangene Vorstellungsgespräche ins Gedächtnis zu rufen oder sich mit Bekannten über deren Erfahrungen mit Vorstellungsgesprächen auszutauschen.
  • Wenn Sie sich vor dem Vorstellungsgespräch über Ihre Stärken klar werden und über den Bezug zu den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle nachdenken, dann sind Sie im Vorstellungsgespräch zielgerichteter und überzeugender.
  • Darüber hinaus sollten Sie sich – sofern das möglich ist – ausgiebig über das Unternehmen und die zugehörige Branche informieren.
  • Setzen Sie sich mit den Anforderungen in einem Vorstellungsgespräch auseinander, und üben Sie vorher bestimmte Gesprächssituationen mit Bekannten oder eignen Sie sich benötigte Techniken an. Dabei ist vor allem das Feedback wichtig, um daraus Lösungsstrategien und Verhaltensweisen für bestimmte Situationen und Fragen im Vorstellungsgespräch herauszuarbeiten.

Informationen über das Unternehmen und die Branche

Bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch gehört die Informationsrecherche über das Unternehmen zu einer wichtigen Aufgabe. Aber oftmals ist das nicht ausreichend möglich, da es sich um ein zu kleines Unternehmen, um eine Behörde oder um eine lokale Arztpraxis handelt, so dass nur sehr wenige relevante Informationen öffentlich zugänglich sind. Als praxiserprobter Ausweg bietet es sich an, dann als Alternative passende Brancheninformationen zu sammeln, zum Beispiel mit folgender Vorgehensweise:

  • Arztpraxis – Branche: Gesundheit, Medizin
  • Friseur – Branche: Friseurhandwerk
  • Behörde – Branche: Öffentlicher Dienst

Im Vorstellungsgespräch können Sie Ihren Berufswunsch so anhand der Perspektiven und des Aufgabenspektrums der Branche erläutern. Je größer und bekannter dagegen der potentielle Arbeitgeber aber ist, desto mehr Informationen können Sie herausfinden und auswerten.

Fundierte Informationen über das Unternehmen selbst und über die Branche sind eine der Voraussetzungen für ein gutes Vorstellungsgespräch, denn Fragen zu diesen Themengebieten werden mit hoher Wahrscheinlichkeit gestellt. Diese könnten dann lauten: „Warum bewerben Sie sich gerade bei uns?“ oder „Was reizt Sie an und was wissen Sie über unser Unternehmen?“

Wenn Sie bei der Beantwortung dieser Fragen schon ins Stocken geraten, dann hinterlassen Sie einen negativen Eindruck, da Sie anscheinend nicht genug Engagement mitbringen, sich gewissenhaft in unbekannte Sachverhalte einzuarbeiten. Falls Sie sich dagegen als Bewerber umfassend informiert haben sollten, können Sie so weitere Pluspunkte sammeln.

Folgende Möglichkeiten bieten sich zur Informationsrecherche über das Unternehmen und die Branche an:

  • Die Stellenanzeige bietet in vielen Fällen schon erste wertvolle grundlegende Informationen, neben den Stellenanforderungen beispielsweise auch Unternehmenskennzahlen oder die Unternehmensphilosophie.
  • Auf der Website des Unternehmens finden sich auch oftmals Informationen zu Dienstleistungen und Produkten, zur Unternehmensgeschichte oder zu allgemeinen Anforderungen an zukünftige Mitarbeiter, so dass Sie sich ein noch umfassenderes Bild vom Unternehmen machen. Viele internationale Konzerne bieten auf ihrer Website auch eine Kategorie Karriere an, die weitere zusätzliche Informationen bereithält.
  • Gerade bei kleinen lokalen Unternehmen lohnt es sich, im Freundes- und Bekanntenkreis nach Erfahrungen mit diesem Unternehmen zu fragen.
  • Daneben können Sie sich in der Tagespresse oder in Fachzeitschriften über das Unternehmen bzw. die Branche und eventuell aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen informieren.
  • Eine weitere Informationsquelle stellt ganz allgemein das Internet dar; je größer und bekannter das jeweilige Unternehmen ist, desto mehr Informationen werden Sie durch Suchmaschinen oder auf Branchenportalen finden.
  • Branchenverbände und -organisationen verfügen über eine Menge Informationsmaterial.
  • Unter Umständen ist es ratsam, das Angebot des Arbeitgebers für telefonische Rückfragen anzunehmen, um mit einem vorbereiteten Telefonanruf zusätzliche Informationen zu sammeln.

Im Folgenden finden Sie Beispiele, welche Informationen Sie sammeln sollten:

  • Art und Größe des Unternehmens, Unternehmensstruktur, Unternehmensgeschichte, Unternehmensphilosophie.
  • Ökonomische Kennzahlen und Wettbewerbsstellung des Unternehmens.
  • Produkte und Dienstleistung – Herstellung, Vertrieb.
  • Mitarbeiterklima, Erwartungen an Mitarbeiter und Förderung der Mitarbeiter.

Bei der Informationsrecherche und -sammlung ist besonders darauf zu achten, nicht den Überblick zu verlieren. Daher bietet es sich an, die Ergebnisse der Informationsrecherche schriftlich festhalten, um die wichtigen von den unwichtigen Informationen trennen zu können. Das Festhalten kann in einer strukturierten Zusammenfassung mit selbst gewählten Prioritäten erfolgen, so dass Sie das Ergebnis der Informationsrecherche immer schnell durchlesen können.

Bei der Vorbereitung und der Erstellung der Zusammenfassung bleiben häufig Fragen offen; auch diese sollten Sie sich notieren. Denn diese Fragen können Sie als Ausgangspunkt für die Ausarbeitung von interessanten Fragen an den Arbeitgeber verwenden.

Planung der Anreise

Zum Vorstellungsgespräch müssen Sie selbstverständlich pünktlich erscheinen, weswegen Sie so früh wie möglich aufbrechen sollten: früher am Ort des Vorstellungsgesprächs zu sein, ist immer besser als zu spät. Informieren Sie sich vorher über den Anfahrtsweg und rechnen Sie Verzögerungen (Stau, Verspätung, Unfälle) in Ihre Planungen mit ein. Je weiter der Anreiseweg und je weniger Sie sich vor Ort auskennen, desto mehr Pufferzeit sollten Sie einberechnen.

Wenn für Sie absehbar ist, dass Sie sich verspäten werden, dann rufen Sie den Gesprächspartner an, um Ihre Verspätung und den Grund dafür mitzuteilen. So machen Sie trotz aller widrigen Umstände dennoch eine halbwegs gute Figur. Falls Sie den Gesprächstermin komplett vergessen haben und sich erst danach wieder daran erinnern, dann sollten Sie das Unternehmen trotzdem um Entschuldigung bitten; auch wenn Sie mit Ihrer Vergesslichkeit alle Chancen auf eine Einstellung verspielt haben dürften.

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