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Email nach Vorstellungsgespräch: so bleiben Sie mit einem Dankschreiben in Kontakt

Nach einem absolvierten Vorstellungsgespräch fällt Ihnen bestimmt oftmals ein Stein vom Herzen; manchmal haben Sie ein gutes, manchmal aber auch eher ein schlechtes Gefühl. In beiden Fällen können Sie das Bedürfnis haben, eine E-Mail zu schreiben und sich für das Vorstellungsgespräch zu bedanken. So ein Dankschreiben nach einem Vorstellungsgespräch ist keine Pflicht, kann aber einen guten Eindruck hinterlassen, weil Sie so zeigen, dass Sie auch nach Reflektion des Vorstellungsgesprächs weiterhin an der Stelle interessiert sind.


Dankschreiben, Nachfassbrief oder Nachfrage - was ist besser?

Nach einem Vorstellungsgespräch haben Sie die unterschiedlichsten Möglichkeiten, um mit dem Arbeitgeber in Kontakt zu bleiben. Die Hauptproblematik besteht vor allem darin, dass Sie nicht Herr des Bewerbungsverfahrens sind und den Zeitpunkt der arbeitgeberinternen Entscheidungen nicht beeinflussen können. So müssen Sie dann tatenlos wochenlang, manchmal gar monatelang, auf eine Rückmeldung des Arbeitgebers warten. Einige Arbeitgeber melden sich auch gar nicht mehr beim Bewerber - aus sehr unterschiedlichen Gründen. Andere Arbeitgeber dagegen bitten um eine Rückmeldung, ob Sie als Bewerber auch nach dem Vorstellungsgespräch noch von der Stelle und dem Arbeitgeber überzeugt sind. Bei Interesse sollte so ein Nachfassschreiben nicht nur ein einfaches "ja" enthalten.

Im Gegensatz dazu sind die Personalverantwortlichen gut ausgelastet und können auf eine Vielzahl von Bewerbern zurückgreifen. Für den Arbeitgeber spielt es daher keine große Rolle, ob ein Bewerbungsprozess mal zwei, drei Wochen länger dauert. Dann ist für den Personalverantwortlichen die ständige versuchte Kontaktaufnahme durch Bewerber eher nervig und zeitraubend. Daher müssen Sie genau abwägen, wann und wie Sie mit dem Arbeitgeber nach einem Vorstellungsgespräch in Kontakt bleiben wollen. Wenn Ihnen der Arbeitgeber grundsätzlich zusagt bzw. wenn Sie noch bestimmte Fragen haben, können Sie direkt nach dem Vorstellungsgespräch ein Dankschreiben per E-Mail oder per Post verschicken.

Beim Nachfragen haben Sie die Wahl zwischen einer einfachen Nachfrage bzw. eines ausführlicheren Nachfassbriefes. Eine einfache Nachfrage erfragt im Grunde - häufig telefonisch - den Bearbeitungsstand und den weiteren Verlauf des Entscheidungsprozesses. Sofern man Ihnen am Ende des Vorstellungsgespräches keinen genauen Zeitpunkt für eine Entscheidung genannt hat, können Sie etwa drei Wochen nach dem Vorstellungsgespräch nach dem Stand der Dinge nachfragen - am besten telefonisch.

Falls Ihnen ein genauer Zeitpunkt für eine Entscheidung genannt wurde, können Sie in der Woche danach noch einmal beim Arbeitgeber nachfragen, sofern Ihnen die Entscheidung noch nicht mitgeteilt wurde. Wenn bei Ihrer Nachfrage noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde, dann sollten Sie fordern, Ihnen einen konkreten Zeitpunkt zu nennen, wann der Arbeitgeber sich entscheidet und bei Ihnen meldet. Um den Entscheidungsprozess zu beschleunigen, können Sie auch angeben, dass Ihnen schon weitere Arbeitsangebote vorliegen. Mit einer einfachen Nachfrage können Sie also explizit auf eine Entscheidung drängen.

In einem Nachfassbrief stellen Sie dagegen noch einmal ausführlicher Ihre besten Argumente für Ihre Eignung und Ihr weiteres Interesse am Arbeitgeber dar. Sie bringen sich damit noch einmal in Erinnerung und gewinnen somit Aufmerksamkeit. Ein schriftlicher Nachfassbrief hat zudem den Vorteil, dass er nicht so schnell wie eine telefonische Nachfrage vergessen werden kann. Im Gegensatz zum Nachfassbrief wird ein Dankschreiben möglichst direkt (bis zu drei Tage) nach dem Vorstellungsgespräch versendet.


Checkliste Vorstellungsgespräch

Mit dieser Checkliste behalten Sie den Überblick über alle wichtigen Punkte zum Vorstellungsgespräch:

  • Organisatorische Vorbereitung
    • Bestätigung der Einladung
    • Optische Erscheinung
    • Anreise
    • Unterlagen
  • Inhaltliche Vorbereitung
  • Im Gespräch
  • Nachbereitung


Download der Checkliste für das Vorstellungsgespräch als PDF-Dokument.


Dankschreiben nach Vorstellungsgespräch: Tipps und Muster

Sie können sich beim Dankschreiben zwar grundsätzlich an Mustern orientieren, aber ein Dankschreiben sollte genauso wie ein Anschreiben möglichst individuell und aussagekräftig sein. Dieses Ziel erreichen Sie am besten dadurch, indem Sie konkrete Gesprächsinhalte des Vorstellungsgesprächs präzise aufgreifen, die Sie von der Stelle und vom Arbeitgeber überzeugt haben. Sie können zudem auf inhaltliche Übereinstimmungen zwischen Ihnen und den Personalverantwortlichen eingehen und noch einmal Ihre besten Argumente herausstellen.


In so einem Dankesschreiben können Sie durchaus auch noch im Vorstellungsgespräch aufgeworfene Fragen beantworten oder selbst Ihnen wichtige Fragen stellen. Einigen Bewerbern brennt es auch auf der Zunge, bestimmte im Vorstellungsgespräch getätigte Aussagen zu ergänzen oder zu korrigieren, zum Beispiel zu bestimmten Berufserfahrungen oder zu den Gehaltsvorstellungen.

Ein Dankschreiben sollte allerdings nicht zu lang werden; schreiben Sie bitte niemals mehr als eine DIN-A4-Seite. Wenn für Sie nämlich noch so viele Fragen offen sind, dass Sie dazu mehr als eine DIN-A4-Seite bräuchten, dann haben Sie das Vorstellungsgespräch nicht optimal genutzt und Ihre offenen Fragen lassen sich besser in einem Telefongespräch oder in einem zweiten Vorstellungsgespräch, sofern Sie dazu eingeladen werden, klären.

Ihr Dankschreiben sollte daher keine floskelhaften Redensarten enthalten, die Sie einfach aus einem Muster übernommen haben. Nur wenn Ihr Dankschreiben so individuell ist, dass Sie es nur an einen einzigen Arbeitgeber verschicken können, dann ist es auch gelungen. Rufen Sie sich also noch einmal das Vorstellungsgespräch und die Gesprächsinhalte in Erinnerung: Was haben die Gesprächspartner über den Aufgabenbereich der Stelle, über die Branche und über den Arbeitgeber erzählt? Wie passen Ihre Qualifikationen, Stärken und Kenntnisse dazu?

Folgendermaßen sieht ein Muster für eine einfache Nachfrage aus:

"Sehr geehrte Frau Müller, sehr geehrter Herr Meier,

ich bedanke mich nochmal recht herzlich für das Vorstellungsgespräch am 15.04 in Ihrem Hause. An diesem Mittwoch wollte ich mich telefonisch bei Ihnen erkundigen, wie weit das Bewerbungsverfahren fortgeschritten ist. Leider konnte ich Sie telefonisch nicht erreichen, so dass ich Ihnen hiermit noch einmal mein großes Interesse an der ausgeschriebenen Stelle mitteile. Ich freue mich sehr darüber, bald von Ihnen zu hören, um dann schnellstmöglich diesen langfristigen Job zu beginnen.

Mit freundlichen Grüßen"

Dagegen sieht ein Dankschreiben-Muster folgendermaßen aus:

"Sehr geehrte Frau Müller, sehr geehrter Herr Meier,

ich bedanke mich nochmal recht herzlich für das Vorstellungsgespräch am 15.04 in Ihrem Hause. Ich habe mich sehr willkommen gefühlt.

Der ausführliche und persönliche Einblick in den Produktionsablauf und in das Betriebsklima Ihres Unternehmens haben meinen Wunsch, bei Ihnen zu arbeiten, noch weiter bestärkt. Für die Bewältigung der von Ihnen geschilderten Aufgaben sind meine Industriemechaniker-Ausbildung und meine diversen Weiterbildungen eine gute Grundlage.

Nach wie vor bin ich sehr motiviert, nach einer kurzen Einarbeitungszeit im Entwicklungsbereich Ihres Unternehmens tätig zu sein. Dafür bilde ich mich sehr gerne in der von Ihnen gewünschten Fachrichtung an einer Abendschule weiter. An dieser Karrieremöglichkeit reizt mich besonders, Maschinen nicht nur zu reparieren und zu warten, sondern im Team zu konstruieren und zu testen.

Gegenwärtig stehe ich in keinem Beschäftigungsverhältnis, deswegen kann ich bei Ihnen jederzeit beginnen und bin sehr flexibel einsetzbar. Mit der von Ihnen genannten Gehaltsperspektive bin ich einverstanden.

Über eine positive Antwort von Ihnen freue ich mich sehr.

Mit freundlichen Grüßen"

Weitere Informationen zum Vorstellungsgespräch


 
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